ACE: Die Zahl der Verkehrstoten könnte unter 4.000 sinken

28. Februar 2010

Nach der jüngsten Verkehrsopfer-Bilanz des Statistischen Bundesamtes schließt der Auto Club Europa (ACE) nicht aus, dass die Zahl der Verkehrstoten schon in diesem Jahr unter die Grenze von 4.000 fallen könnte. Allerdings bedarf es dafür enormen Anstrengungen auf dem Gebiet der Unfallverhütung, so der Klub.

Dass alle Autos in Zukunft mit einer automatischen Startsperre für Gurtmuffel ausgerüstet werden, forderte Gert Schleichert, Verkehrssicherheitsexperte des ACE. Im vergangenen Jahr hätten unter dieser Voraussetzung mehr als 1.000 Menschen bei Verkehrsunfällen überleben können. Unter Berufung auf Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) sagte Schleichert: „Knapp 30 Prozent aller getöteten Autofahrer hatten keinen Sicherheitsgurt angelegt.“ In Deutschland betrage die Gurtanlegequote rund 90 Prozent – noch höher sei sie in Skandinavien.

Weiterhin sagte Schleichert: „Wir hoffen, dass moderne Fahrerassistenzsysteme den Markt künftig auch im Klein- und Mittelklassesegment stärker durchdringen.“ Durch automatisch gesteuerte Eingriffe in das Fahrgeschehen ermöglichten diese Systeme vielfach Unfälle zu vermeiden oder deren Folgen abzumildern.

Auf der Basis von Berechnungen der BASt schätzt der Klub, dass hierzulande binnen eines Jahres rund 1.000 Verkehrstote und 8.000 Schwerverletzte weniger zu beklagen wären, wenn alle im Verkehr befindlichen Autos bei der Sicherheitsbewertung (EuroNCAP) die Bestnote mit fünf Sternen erreichten. „Eine der Voraussetzungen dafür ist die verpflichtende Integration von Fahrerassistenzsystemen, beispielsweise elektronischer Stabilitätskontrollen“, sagte Schleichert und kritisierte, dass diese heutzutage noch nicht in allen Neuwagen serienmäßig verbaut sind. „Auch viele Autokäufer finden Edelmetall-Felgen immer noch spannender als unfallverhütende Innovationen auf dem Gebiet der Kfz-Sicherheit.“

Der durch Verkehrsunfälle verursachte volkswirtschaftliche Schaden könne dabei allein schon durch die Integration von Spursicherungssystemen um rund 1,5 Milliarden Euro vermindert werden. Selbst die im vergangenen Jahr ausgelaufene Abwrackprämie diente der Unfallverhütung, da sie eine Verjüngung der Fahrzeugflotte mit sich brachte. Nach Ansicht des ACE wäre der Erfolg auf dem Gebiet der Verkehrssicherheit noch viel größer, wenn man die Auszahlung der Prämie nicht nur an die Laufzeit des alten Wagens, sondern auch an die Ausstattung des Neuwagens mit ESP geknüpft hätte. (auto-reporter.net/sr)

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