ADAC-Fahrtraining wappnet Autofahrer gegen Wildunfälle

10. Oktober 2013


235.000 Wildunfälle verzeichnete die Unfallforschung der Versicherer (UDV) allein im Jahr 2011 in Deutschland – Tendenz steigend. Insbesondere im Herbst und Winter sind Kollisionen mit Wild ein wachsendes Problem im Verkehrsalltag. In Norddeutschlands modernstem ADAC Fahrsicherheitszentrum trägt man dieser besorgniserregenden Entwicklung Rechnung: „Unser Pkw-Wild & Wetter-Training widmet sich ganz speziell dem Umgang mit der dunklen Jahreszeit im Straßenverkehr. Wildunfälle bilden hierbei einen wichtigen Schwerpunkt“, erklärt Gerd Schulz, Cheftrainer im ADAC FSZ Hansa/Lüneburg. Denn Tatsache ist: Die meisten Wildunfälle passieren auf deutschen Straßen im Oktober und November. Dabei ist es egal, ob ein Fahranfänger oder eine alter Hase auf das Wild trifft – kein Autofahrer ist vor Wildunfällen gefeit. Dies ergab eine im Jahr 2012 veröffentlichte Studie der UDV. Neun Jahre lang hatten Experten hierfür insgesamt 5.000 polizeilich erfasste Unfälle mit Wildbeteiligung untersucht und ausgewertet. Ein weiteres überraschendes Ergebnis: Keine der gängigen Präventionsmaßnahmen, wie zum Beispiel optische und akustische Reflektoren oder Wildwechselschilder, reduzieren Unfälle mit Wild wirksam und nachhaltig.Die gute Nachricht: Jeder Autofahrer kann durch eine angepasste Fahrweise und ein geschultes Verhalten das Risiko eines Wildunfalls stark minimieren. Wie das funktioniert, vermitteln Fahrtrainer des ADAC beim Pkw-Wild & Wetter-Training im ADAC FSZ Hansa/Lüneburg. Ganz entscheidend, so Cheftrainer Schulz, sei hierbei zunächst der Erkenntnisgewinn. „Um die Gefahr des Wildunfalls richtig einschätzen zu können, erfahren die Trainingsteilnehmer auf unserem Gelände, bei welcher Geschwindigkeit sie überhaupt noch die Möglichkeit haben, rechtzeitig zu reagieren und einen Unfall abzuwenden“. Damit alles realistisch ist, werden beim Pkw-Wild & Wetter-Training im ADAC Fahrsicherheitszentrum Hansa/Lüneburg die Verhältnisse simuliert, die Verkehrsteilnehmer in der dunklen Jahreszeit häufig vorfinden: Rutschige, regennasse Fahrbahnen, irritierende Lichtreflexe und Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h, wie sie auf Landstraßen gefahren werden.„Wir vermitteln den Teilnehmern des Pkw-Wild & Wetter-Trainings, wie viel Zeit sie bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten brauchen, um bei plötzlich auftauchendem Wild zu reagieren, und wie viel Weg sie anschließend benötigen, um ihr Fahrzeug zum Stehen zu bringen. Berücksichtigt wird hierbei auch die Sicht bei Dunkelheit, die durch die begrenzte Reichweite der Autoscheinwerfer stark eingeschränkt wird“, so Gerd Schulz. Die Rolle des Wildes übernehmen beim Pkw-Wild & Wetter-Training gleich zwei Double: Zum einen Treffen die Teilnehmer auf dem Parcours auf unerwartet emporschießende Wasserfontänen, zum anderem platzieren die ADAC-Profis auf der Strecke immer wieder schwarze Verkehrshütchen, die bei Dunkelheit denselben geringen Reflexionsgrad wie Haarwild besitzen.Im praktischen Fahranteil des Pkw-Wild & Wetter-Trainings lernen die Teilnehmer im ADAC FSZ Hansa/Lüneburg  also zum einen auf sicherem Terrain, bei welcher Geschwindigkeit und Fahrweise Wildunfälle am Zuverlässigsten vermieden werden können, und wie Fahrassistenzsysteme wie ABS, ESP und der Notbremsassistent den Autofahrer hierbei unterstützen. Ebenfalls Teil des Fahrtrainings ist aber auch das richtige Fahrverhalten, wenn sich ein Wildunfall nicht verhindern lässt. „Kann ein Autofahrer den Aufprall nicht mehr abwenden, ist es von zentraler Bedeutung, dass er hinter dem Steuer richtig reagiert, damit sein Fahrzeug nicht ins Schleudern gerät, und der Unfall für ihn ohne schwere Verletzungen ausgeht. Wir proben bei uns somit auch den Ernstfall und erklären, welche Fahrweise in dieser Situation die sicherste ist“, sagt Cheftrainer Schulz. Ergänzt werden die Übungen durch Theorieblöcke, in denen die Fachleute das richtige Verhalten am Unfallort  schulen. „Hier geht es zum einen darum, die Unfallstelle abzusichern und den Unfall korrekt zu melden. Aber auch der richtige Umgang mit dem angefahrenen Wild ist wichtig. So kann zum Beispiel ein verletztes Wildschwein für den Fahrer eine große Gefahr darstellen, wenn er sich dem Tier nähert“, erklärt Gerd Schulz.(Auto-Reporter.NET)

{ 0 comments… add one now }

Leave a Comment

Previous post:

Next post: