Alkoholisierte Radler riskieren Auto-Führerschein

16. Oktober 2017

Picture

Wenn die Wies'n-, Wasen-, Weinfestsaison dazu verführt, sich
das eine oder andere Glas mehr zu genehmigen, kommt mancher auf die
Idee, für die Heimfahrt in alkoholisiertem Zustand auf das Fahrrad
umzusteigen, um seinen Führerschein nicht in Gefahr zu bringen.
„Dies ist jedoch keine gute Idee", warnt Dr. Petra
Schulz-Ruckriegel, Psychologin an den amtlich anerkannten
Beratungsstellen für Fahreignung von DEKRA. Denn auch Fahrradfahrer,
die stark alkoholisiert im Straßenverkehr angetroffen werden,
bringen wie Autofahrer damit ihren Auto-Führerschein in Gefahr.

 

Ein Alkoholpegel von 1,6 Promille oder mehr hat einen Strafbefehl
und eine Geldstrafe zur Folge, die durchaus ein Monatsgehalt betragen
kann. Die zuständige Fahrerlaubnisbehörde verlangt dann regelmäßig
ein medizinisch-psychologisches Gutachten, um die Eignung des
Betroffenen für die Teilnahme am Straßenverkehr zu prüfen.
Schließt der Betroffene diese Untersuchung nicht erfolgreich ab, ist
der Führerschein erst einmal weg.

 

„Das Fatale bei alkoholisierten Radfahrern ist, dass sich die
Führerscheinstelle oft erst relativ spät, manchmal sogar erst ein
bis zwei Jahre nach der Alkoholkontrolle beim Betroffenen meldet und
ihn sehr kurzfristig zur medizinisch-psychologischen Untersuchung
auffordert", sagt Petra Schulz-Ruckriegel. „Das ist für viele jedoch
eine zu kurze Zeit, um sich auf die Begutachtung vorzubereiten. Damit
verschlechtern sich die Erfolgschancen."

 

Die Expertin empfiehlt daher, sich frühzeitig über den Ablauf
einer medizinisch-psychologischen Untersuchung zu informieren. Die
Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF) führen dazu regelmäßig
bundesweit Informationsveranstaltungen durch, in denen sich die
Betroffenen anonym, ohne Voranmeldung und kostenfrei über den Ablauf
der MPU und die Voraussetzungen für eine positive Prognose
informieren können. Die Orte und Termine finden Interessenten unter
www.dekra.de/mpu. (dpp-AutoReporter/wpr)

{ 0 comments… add one now }

Leave a Comment

Previous post:

Next post: