Aral-Studie: Mehr als jeder Vierte plant einen Autokauf

15. August 2013


Ungebrochene Kauflust trotz schwieriger Rahmenbedingungen: Während in vielen europäischen Staaten das Interesse an einem Neu-, Jahres- oder Gebrauchtwagen aufgrund der wirtschaftlichen Situation deutlich sinkt, bleiben die deutschen Autofahrer in Kauflaune. 26 Prozent von ihnen planen in den kommenden eineinhalb Jahren die Anschaffung eines Autos. Das ist ein wesentliches Ergebnis der zum sechsten Mal von Aral aufgelegten Studie 'Trends beim Autokauf'.Angesichts der gegenwärtigen Marktschwäche ist dies auf den ersten Blick zwar ein positives Lichtblick, doch bei näherer Betrachtung nicht. Denn bei einem völlig überalterten Bestand von 8,7 Jahre alten Fahrzeugen n Deutschland – in 2002 betrug das Durchschnittsalter 7,6 Jahre – wollen lediglich zehn Prozent einen Neuwagen kaufen. Jeweils acht Prozent aber einen Gebraucht-oder Jahreswagen – und das zu einem möglich günstigen Preis. Das neue Wunschauto soll dabei im Schnitt nicht mehr als 23.000 Euro, ein Kleinwagen nicht mehr als 14.100 Euro kosten.Dennoch sind – in der Relation zu den Entwicklungen in den südeuropäischen Ländern aber auch z.B. zu den Niederlanden zehn Prozent  geplante Neuwagenkäufe ein positives Zeichen. Getragen wird dieser Trend überwiegend von den Frauen, denn bei ihnen steigt der Anteil bei der aktuellen Erhebung von 23 auf jetzt 26 Prozent. Bei den Männern sinkt das Kaufinteresse dagegen leicht von 28 auf 26 Prozent.Volkswagen steht bei den potenziellen Autokäufern weiterhin hoch im Kurs und liegt damit seit Studienbeginn 2003 ununterbrochen an der Spitze. 18 Prozent der Befragten planen den Kauf eines VW. Der Zweitplatzierte Opel hat acht Prozentpunkte Rückstand auf den Branchenprimus und legt mit einem Anteil von zehn Prozent um einen Prozentpunkt zu. Auf dem dritten Platz folgt mit Ford (acht Prozent) ein weiterer Volumenhersteller.Oberhalb der Volumensegmente etablieren sich Audi, BMW und Mercedes-Benz einträchtig bei gleichen Marktanteilen: Jeweils sieben Prozent der Befragten wollen demnächst bei den deutschen Edelmarken einkaufen. Die eindeutigen Verlierer der aktuellen Erhebung sind die japanischen Importeure: Vor zwei Jahren waren noch 16 Prozent der Befragten an einem japanischen Fahrzeug interessiert, jetzt sind es nur noch neun Prozent. Der mit Abstand niedrigste Wert seit 2003.Erstmals seit der Erstauflage der Studie vor zehn Jahren steht die klassische Limousine nicht mehr ganz oben in der Käufergunst. Nur noch 25 Prozent der Befragten interessieren sich für diese Karosserieform. Der neue Favorit ist der Kombi mit einem Anteil von 28 Prozent. Ein weiterer Gewinner der aktuellen Erhebung ist das Kleinwagen-Segment: Vor zwei Jahren gaben sich nur 17 Prozent der Befragten mit einem Stadtflitzer zufrieden, jetzt sind es 26 Prozent.Bei der Bezahlungsart setzt sich der seit etlichen Jahren zu verzeichnende Kurs weiter fort. Wurde vor acht Jahren nur jedes zehnte Fahrzeug finanziert, ist es inzwischen mehr als jede zweite. Die historisch tiefen Zinsen mögen die Entwicklung beschleunigt haben. Mit Bargeld will zumindest nur noch jeder Dritte die Rechnung begleichen. Allerdings sind die Ansprüche „Wie teuer ein Auto sein sollte“ deutlich gestiegen. So wird durchschnittlich ein Rabatt von satten 14 Prozent erwartet. Können diese im Prinzip unrealistischen Vorstellung nicht realisiert werden, wollen über 56 Prozent – ein neuer Höchstwert – ihr Glück bei einem anderen Händler oder einer anderen Marke versuchen. Da macht sich offensichtlich die mehr als unfaire Berichterstattung in den Medien bemerkbar. Dem Elektroauto wird zwar ein großer Beitrag zum Umweltschutz zugetraut, doch weder bei der unmittelbaren Kaufentscheidung noch in der absehbaren Zukunft ist die Akzeptanz für die neue Technologie unter den potenziellen Autokäufern besonders hoch. Nur 27 Prozent von ihnen können sich überhaupt vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen. Das ist ein Prozentpunkt weniger als vor zwei Jahren und es sind neun Prozentpunkte weniger als bei der ersten Erhebung zu diesem Themenkomplex vor vier Jahren. Eine Barriere für den Markterfolg ist nach wie vor die Mindestreichweite, denn nur elf Prozent der Befragten geben sich mit einer Reichweite von 150 Kilometern oder weniger zufrieden. Fast die Hälfte der Befragten erwartet mindestens 350 Kilometer.Erstmals wurden in der Aral-Studie die Autofahrer auch nach neuen Mobilitätskonzepten und dabei ganz konkret nach Car-Sharing gefragt und auch hier ist das Ergebnis ernüchternd. Diese spezielle Form des Leihwagens ist zwar inzwischen weitgehend bekannt, wird aber überwiegend als Nischenprodukt wahrgenommen. Immerhin 76 Prozent der Befragten geben an, Car-Sharing zu kennen. Nur acht Prozent der Befragten haben sich aber bereits ernsthaft mit diesem Thema beschäftigt und von denen halten lediglich 20 Prozent das Konzept der Anmietung eines Autos für kurze Nutzungszeiten für attraktiv oder sogar sehr attraktiv. (Auto-Reporter.NET/Hans H. Grassmann)

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