Auch betrunken muss die Schuld nicht steigen

29. Oktober 2012


Sitzt ein Autofahrer mit 1,3 Promille bei Dunkelheit am Steuer und „knallt“ ihm ein nüchterner Verkehrsteilnehmer mit überhöhter Geschwindigkeit ins Auto, weil er (vermutlich) eine rote Ampel nicht beachtet hat (wer tatsächlich über „Rot“ gefahren ist, konnte nicht endgültig bewiesen werden), so darf allein die Tatsache, dass der „unschuldig in den Unfall Verwickelte“ alkoholisiert war, nicht dazu führen, dass er die volle Schuld auferlegt bekommt. Ist belegt, dass sich dessen Alkoholpegel nicht auf den Unfall ausgewirkt hat, weil er weder zu schnell noch außerhalb seines Fahrbahnbereiches gefahren ist, seine Fahrweise nachweislich unauffällig war und er die Beleuchtung angeschaltet hatte, sind für die Richter keine Anhaltspunkte gegeben, dass sich die absolute Fahruntüchtigkeit, die normalerweise ab einem Promillegehalt ab „1,1“ unterstellt wird, auf die Kollision ausgewirkt hat (OLG Frankfurt am Main, 12 U 47/08). (Auto-Reporter.NET/W. Büser)

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