Auch das „Gläschen danach“ hebt Versicherungsschutz nach Unfall auf

18. Januar 2011


Der Schluck auf den Schreck kann zwar die Nerven beruhigen, doch wer in einen Unfall verwickelt wird, sollte zumindest bis zum Eintreffen von Arzt und Polizei auf jeden alkoholischen „Nachtrunk“ verzichten. Genehmigt sich der geschockte Autofahrer doch ein Gläschen, verliert er jeglichen Versicherungsschutz. Dabei ist es letztendlich völlig unwichtig, ob er später nachweisen kann, dass er es sich nicht vor, sondern erst nach der Kollision genehmigte. Das hat das Kammergericht Berlin entschieden (Az. 6 U 209/09).

Der betroffene Autofahrer hatte sein Leasingfahzeug gegen eine Ampel gesteuert. Dabei wurde nicht nur der Wagen, sondern auch die Ampelanlage erheblichen beschädigt. Der Mann am Steuer sei zum Unfallzeitpunkt betrunken gewesen, behauptet die Polizei. Er selbst gab zu Protokoll, kurz nach dem Malheur nur einen Schluck zwecks Nervenberuhigung zu sich genommen zu haben. Nach dem Motto: „Wo sich zwei streiten, freut sich der lachende Dritte“, verweigerte die Versicherung jegliche Leistungen. Und das zu Recht, wie das Gericht betonte.

Die Richter ließen sich gar nicht erst auf die Klärung des Vorher-Nachher-Streits in der Frage des nachweislich eingenommenen Alkohols ein. „Der Unfallverursacher hat zweifellos seine Obliegenheiten gegenüber seinem Versicherer verletzt, weil er sich auch durch den von ihm behaupteten ‚Nachtrunk’ dem Vorwurf ausgesetzt sehen musste, eine Feststellung des Grades seiner Voralkoholisierung zumindest grob fahrlässig vereitelt zu haben“, erklärt Rechtsanwalt Marc N. Wandt von der telefonischen Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.anwaltshotline.de). Und damit ist die Versicherung, selbst wenn der Mann nicht betrunken am Steuer gesessen haben sollte, in jedem Fall leistungsfrei. (Auto-Reporter.NET)

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