Aufsichtspflicht: Sechsjähriger nach dreijähriger „Fahrpraxis“ allein (nicht) verantwortlich

26. März 2014

Picture

Kinder unter sieben Jahren sind generell nicht haftpflichtig, wenn sie einem anderen einen Schaden zufügen. Es kann aber sein, dass an ihrer Stelle die Eltern wegen "Verletzung der Aufsichtspflicht" herangezogen werden. Aber auch diese Möglichkeit, einen - von einem höchstens Sechsjährigen verursachten - Schaden ersetzt zu bekommen, ist nicht automatisch gegeben.

So in dem vom Oberlandesgericht Hamm entschiedenen Fall, in dem ein sechsjähriger Junge bei der Ausfahrt vom heimischen Hof mit seinem Fahrrad auf den unmittelbar angrenzenden Radweg fuhr und dort eine Radlerin verletzte. Ihre Klage gegen die "unaufmerksamen" Eltern ging ins Leere: Der Junge sei seit seinem dritten Lebensjahr ein "sicherer" Fahrradfahrer und hätte keiner ständigen Aufsicht mehr bedurft - zumal die Verhältnisse am Ort des Geschehens "übersichtlich" gewesen seien. (OLG Hamm, 9 U 202/12) Wolgang Büser/dpp-AutoReporter

{ 0 comments… add one now }

Leave a Comment

Previous post:

Next post: