Auto Bild: Gefahr von Angriffen auf Autoelektronik steigt

30. Oktober 2013


Mit der wachsenden Zahl elektronischer Komponenten im Auto wächst das Risiko von Hacker-Angriffen auf Steuergeräte im Fahrzeug. Wie Auto Bild  in der neuesten erscheinenden Ausgabe berichtet , sind nicht nur Tachomanipulationen bei Gebrauchtwagen ohne großen Aufwand möglich, auch sicherheitsrelevante Systeme wie Brems- oder Einparkassistenten lassen sich über fremde Computer manipulieren. So gelang es kürzlich zwei Computerspezialisten in den USA, per Laptop den Einpark- und Bremsassistenten eines Toyota Prius zu manipulieren. Der Fahrer konnte zwar noch gegenlenken, die elektrohydraulische Bremse funktionierte jedoch nicht - der Wagen landete im Graben. Geben Hersteller der Elektronik Vorrang vor der Mechanik, kann das fatale Folgen haben. Wie etwa beim neuen Infinity Q50: Seine Lenkung funktioniert im Normalfall nicht mechanisch, sondern rein elektrisch ("steer-by-wire"). Wer das Lenksteuergerät hackt, könnte das Auto lenken, ohne dass sich dabei das Lenkrad bewegt. Im Extremfall ließe sich die Lenkradbewegung sogar umgekehrt umsetzen, also rechts lenken, links fahren. Weitere Sicherheitsrisiken sind mobile Onlinezugänge und Bluetooth-Schnittstellen, die viele Hersteller zukünftig für Aktualisierungen der Steuergeräte nutzen wollen. Doch nach Meinung des Computer-Sicherheitsexperte Marko Wolf der Firma Escrypt sind Softwareeingriffe ins Auto nicht mit der Manipulation von Computern vergleichbar: "Ein Fahrzeughack ist nicht so leicht zu realisieren wie der Hack eines PC, weil im Auto mehr und stärkere Sicherheitsmaßnahmen eingesetzt werden." Firewalls seien hier Standard. Ein weiterer Vorteil ist: Die Steuergeräte der einzelnen Autos unterscheiden sich. "Es gibt kein millionenfach gleiches 'Windows für Autos', sodass ein Hack für jedes Modell individuell neu entwickelt werden müsste", erklärt Wolf gegenüber Auto Bild. (Auto-Reporter.NET)

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