Autobahnen im Osten am sichersten

6. Juli 2011


Unmittelbar vor dem nächsten Höhepunkt der Ferienreisewelle warnt der Auto Club Europa (ACE) davor, die Unfallgefahren auf Autobahnen zu unterschätzen. Vor allem in den Sommermonaten steigt das Unfallrisiko, wie Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen. Zwar gelten Autobahnen in Deutschland im Vergleich zu allen anderen Straßenarten als relativ sicher; kommt es auf einer Schnellstraße aber zu einem Unfall, sind die Folgen häufig weit schwerwiegender als auf anderen Verkehrswegen. Dass Autobahnen auch an Wochenenden deutlich sicherer sind als an Werktagen, sei eine verbreitete, aber falsche Annahme, so der Autoklub. So ereignen sich an einem durchschnittlichen Dienstag oder Mittwoch weniger Autobahnunfällen als an einem Samstag oder Sonntag.

„Nur jeder 20. Verkehrsunfall in Deutschland passiert auf einer Autobahn – doch ist auf diesen Strecken mehr als jeder zehnte Verkehrstote zu beklagen“, erklärte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner und verwies dabei auf eine vom ACE jetzt vorgelegte Studie über Autobahnunfälle. Danach sank die Zahl der Autobahnunfälle mit Personenschaden in den vergangen zehn Jahren (2000–2009) kontinuierlich um mehr als 28 Prozent, während die Zahl aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden im selben Zeitraum lediglich um 18,8 Prozent zurückging.

Die höchste Verursacherquote weist dabei die Altersklasse der 25- bis 35-jährigen Fahrer auf, direkt dahinter folgen die Fahranfänger im Alter von 18 bis 25 Jahren. Die meisten an Autobahnunfällen Beteiligten werden allerdings in der Altersklasse zwischen 35 und 45 Jahren gezählt. Als beunruhigend wertet der Automobilklub die Tatsache, dass bei 40 Prozent aller Autobahnunfälle die Verursacher mit nicht angepasster Geschwindigkeit fuhren. Hillgärtner erinnerte daran, dass Fahrer, die schneller als mit der in Deutschland geltenden Richtgeschwindigkeit von 130 Kilometer pro Stunde unterwegs sind, im Falle eines Unfalls grundsätzlich selbst dann mit der Anrechnung einer Teilschuld rechnen müssten, auch wenn sie nicht direkt für den Unfall verantwortlich gemacht werden können.

Eine vom Automobilklub vorgenommene Auswertung der Autobahnunfälle nach Bundesländern zeigt teils starke regionale Unterschiede. Berechnet auf 1.000 Autobahnkilometer besteht in Berlin mit 3.597 Unfällen das größte Risiko zu verunglücken. Die Gefahr eines Unfalls ist dort zweieinhalbmal größer als sonst in Deutschland und sogar etwa fünfeinhalbmal so groß wie in Mecklenburg-Vorpommern. Auffallend ist, dass bis auf Berlin alle östlichen Bundesländer Zahlen aufweisen, die besser sind als der Bundesdurchschnitt. (Auto-Reporter.NET/sr)

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