Autofahrer mögen E10 noch immer nicht

1. August 2011


Nachdem Aral angekündigt hat, die im Frühjahr ausgesetzte flächendeckende Markteinführung von Super E10 jetzt fortzuführen, machen Zahlen des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) misstrauisch, dass dem Biosprit mit seiner zehnprozentigen Ethanol-Beimischung der Durchbruch auf dem Markt gelingen kann. Autofahrer haben ihre Boykott-Haltung nach wie vor nicht aufgegeben.

Während der Mineralölanbieter Aral den Marktanteil von E10 an seinen Tankstellen, an denen der Biosprit bereits verfügbar ist, mit 30 Prozent beziffert, griff nach Informationen des MWV laut „Frankfurter Rundschau“ im Juni aber nur jeder siebte Autofahrer zu dieser Spritsorte. Dabei war der Juni den MWV-Zahlen zufolge mit 13,9 Prozent noch der stärkste Monat. Im Februar, als die Markteinführung startete, machte E10 gerade einmal acht Prozent des Benzinmarkts aus. Nach 10,2 Prozent im März sank die Nachfrage im April und Mai auf 9,2 bzw. 9,3 Prozent.

Der Boykott der Autofahrer zwang die Mineralölindustrie zum Aussetzen der flächendeckenden E10-Einführung. Getankt wurde alternativ sogar der wesentlich teurere Super Plus. Inzwischen ist der herkömmliche Super-Kraftstoff (E5) jedoch wieder am Markt.

Dass die seinerzeit starke Nachfrage nach Super Plus der Mineralölindustrie kräftige Gewinne eingebracht habe, wie oftmals veröffentlicht wurde, wies der Verband entschieden zurück. Vielmehr habe die E10-Einführung in dreistelliger Millionenhöhe eine hohe Belastung dargestellt. „Der Gewinn ergibt sich immer erst nach Abzug der Kosten. Und die sind bei Super Plus zeitweise extrem gestiegen. Aus dem Tankstellenpreis für Super Plus ohne Kostenbetrachtung den Gewinn abzuleiten, ist eine Milchmädchenrechnung“, sagte MWV-Hauptgeschäftsführer Dr. Klaus Picard. (Auto-Reporter.NET/arie)

{ 0 comments… add one now }

Leave a Comment

Previous post:

Next post: