„Blitz-Marathon“: Trotz aller Ankündigungen gab es viele „Knöllchen“

11. Oktober 2013


Die großangelegten Verkehrskontrollen beim ersten bundesweitern „Blitz-Marathon“ sind bis auf Bayern zu Ende und noch vor der offiziellen Auswertung steht nach einem ersten Überblick fest: Trotz aller Ankündigungen über die Aktion und trotz der Bekanntgabe der mehr als 8.700 Radarstellen wurden viele Temposünder erwischt. Gleichzeitig wurde der großen Mehrheit der Autofahrer – weit über eine Million wurden in den 24 Stunden kontrolliert - von der Polizei ein durchaus entspanntes Fahren bestätigt.Die Frage ist nur, ob die Aktion, die vor allem über die Gefahr überhöhter Geschwindigkeit aufklären soll, nachhaltig ist. Oder nicht schon morgen wieder das Gaspedal in unübersichtlichen Kurven, vor Kindergärten und Schulen bis aufs Blech durchgedrückt wird. Bei den offensichtlich Unverbesserlichen – in Köln fuhr gestern ein Autofahrer mit Tempo 91 durch eine 50 km/h-Zone, in Dortmund wurden sogar 96 km/h gemessen, wobei der Mann nach seinem unfreiwilligen Halt weiter bretterte und prompt an der nächsten Kontrollstelle mit 78 km/h geblitzt wurde – wohl schon.Die Mehrheit dagegen – so die Polizei in Nordrhein-Westfalen, die bereits vier landesweite „Blitz-Marathons“ durchgeführt hat -  scheint sich mehr und mehr an die vorgegebenen Tempo-Limits zu halten. Zumindest dort, wo die Beschränkungen einleuchten, nachvollziehbar sind. Und auch generell hat man aufgrund der geringeren Zahl der durch überhöhte Geschwindigkeit verursachten Unfälle herausgefunden, dass weniger schnell gefahren wird.Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass auch die steigenden Kraftstoffpreise und die 10-Euro-Knöllchen für eine um 6 km/h zu flotte Fahrt dazu beigetragen haben. Doch im NRW-Innenministerium ist man überzeugt, dass man mit dieser Strategie richtig liegt, mittelfristig die Zahl der Unfälle und Verkehrstoten schneller zurück geht und die Akzeptanz der Autofahrer sich ans Tempolimit zu halten, weiter steigt. Wenn man damit aufhören würde, die Radarkontrollen z. B. direkt hinter einem Ortseingang-Schild durchzuführen und damit den Eindruck der Abzocke erweckt, ginge alles sicher noch schneller. (Auto-Reporter.NET/Hans H. Grassmann)
         

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