Daimler-Hauptversammlung: Die Marschrichtung heißt profitables Wachstum

13. April 2011


Die Daimler AG setzt in diesem Jahr ihren Erfolgskurs fort. „Die Marschrichtung heißt profitables Wachstum“, sagte Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars laut Redetext heute zu den etwa 5.200 Aktionären im Berliner ICC. „Wir hatten angekündigt, mit hohem Drehmoment aus der Krise zu kommen, und wir haben Wort gehalten. Die tatsächliche Entwicklung war dann sogar noch positiver als erwartet“, so Zetsche. In den ersten drei Monaten 2011 verkaufte der Konzern erneut mehr Fahrzeuge als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Konzernabsatz von Mercedes-Benz Cars stieg von Januar bis Ende März um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dieses Wachstum wird von nahezu allen Fahrzeug-Klassen getrieben. In Summe rechnet der Konzern für das Gesamtjahr 2011 aus heutiger Sicht allein bei der Marke Mercedes-Benz mit einem Absatz von über 1,2 Millionen Fahrzeugen. Einschließlich smart sollen es über 1,3 Millionen werden. „Wir wollen das Jubiläumsjahr zu einem neuen Rekordjahr machen“, betonte Zetsche.

Vor 125 Jahren hatten Gottlieb Daimler und Carl Benz mit ihren Erfindungen den Grundstein für das Automobilunternehmen gelegt. Auch das Geschäftsfeld Daimler Trucks konnte im ersten Quartal 90.000 Lkw verkaufen und damit um 27 Prozent zulegen. In Europa stieg der Absatz vor allem in Deutschland, Frankreich und in der Türkei. Trucks NAFTA legte um 32 Prozent zu. Höhere Verkaufszahlen gab es auch in Lateinamerika. Der Auftragseingang von Daimler Trucks lag im ersten Quartal 2011 um 65 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Aufschwung dürfte in den kommenden Monaten mit Ausnahme von Japan in allen Kernmärkten weiter an Fahrt gewinnen. Insbesondere der NAFTA-Markt entwickelt sich positiver als zu Jahresbeginn angenommen. Daimler rechnet nun mit einem Marktwachstum von 30 bis 35 Prozent. Mercedes-Benz Vans erzielte bis Ende März ebenfalls ein kräftiges Absatzplus von 16 Prozent. Bei Daimler Buses entwickelten sich wichtige Kernmärkte im ersten Quartal schwächer als im Vorjahr. Das Geschäftsfeld geht davon aus, im zweiten Halbjahr deutlich mehr Busse zu produzieren als im ersten Halbjahr. Daimler Financial Services konnte das Neugeschäft um 11 Prozent steigern. Das Vertragsvolumen lag um drei Prozent über Vorjahr.

Zetsche äußerte sich auch zu potenziellen Auswirkungen der Ereignisse in Japan auf das globale Wirtschaftswachstum, die noch immer schwer abzuschätzen seien. Ähnliches gelte auch für die Volksaufstände in Teilen der arabischen Welt. „Seit gut einem Monat steht die Welt unter dem Eindruck der dreifachen Katastrophe in Japan: Erst das Erdbeben, dann der Tsunami, schließlich das Reaktorunglück von Fukushima. Noch immer sind die Folgen im Einzelnen nicht vollständig absehbar“, sagte Zetsche. „Die Situation macht uns alle sehr betroffen.“ Was die betrieblichen Abläufe außerhalb Japans angehe, verzeichne Daimler bisher keine nennenswerten Auswirkungen auf die Produktion.

Aus heutiger Sicht geht das Unternehmen deshalb unverändert davon aus, dass auch die globalen Automärkte 2011 signifikant weiter wachsen werden. Vor diesem Hintergrund bestätigte Zetsche die Prognosen für das Jahr 2011: Nach heutigem Stand rechnet der Konzern für das Gesamtjahr 2011 mit einem Konzernumsatz über dem des Vorjahrs. Das EBIT aus dem laufenden Geschäft sollte aus heutiger Sicht deutlich über dem bereits sehr guten Ergebnis von 7,2 Mrd. Euro des Jahres 2010 liegen. In den folgenden Jahren will Daimler die Ertragskraft weiter stärken und auf hohem Niveau stabilisieren.

Der Vorstandsvorsitzende bekräftigte die Zielrenditen, die ab dem Jahr 2013 nachhaltig erreicht werden sollen. Daimler strebt für das Automobilgeschäft über die Markt- und Produktzyklen hinweg eine jahresdurchschnittliche Umsatzrendite von neun Prozent an. Basis hierfür sind die Zielrenditen der einzelnen Geschäftsfelder: 10 Prozent für Mercedes-Benz Cars, 8 Prozent für Daimler Trucks, 9 Prozent für Mercedes-Benz Vans und 6 Prozent für Daimler Buses. Für das Geschäftsfeld Daimler Financial Services hat sich der Konzern eine Eigenkapitalrendite von 17 Prozent vorgenommen. Zetsche ließ keinen Zweifel, dass auch nach der Wirtschaftskrise der strukturelle Umbruch der Automobilindustrie weitergeht: „Die geografische Wachstumsverlagerung Richtung Asien geht genauso weiter wie der technologische Paradigmenwechsel Richtung Elektromobilität.“ Diesen „doppelten Umbruch“ gelte es zu gestalten, und zwar ohne das Stammgeschäft zu vernachlässigen und ohne in einer volatilen Welt auf nur eine Karte zu setzen.

Daimler hat dieser strukturellen Aufgabe stets höchste Priorität eingeräumt. Spätestens 2015 soll mit der Marke Mercedes-Benz die Schwelle von jährlich 1,5 Millionen verkauften Pkw überschritten werden. Daimler Trucks will ab 2013 jährlich eine halbe Million Fahrzeuge verkaufen. Die Planung sieht dabei vor, sowohl bei Pkw als auch bei Nutzfahrzeugen innerhalb wie außerhalb der Triade (Westeuropa, NAFTA und Japan) signifikant zu wachsen. Weitere Fortschritte kann der Konzern auch beim Kraftstoffverbrauch konventioneller Antriebe verzeichnen. Trotz eines traditionell hohen Anteils größerer Autos in dem Modell-Mix konnten 2010 die CO2-Emissionen der europäischen Flotte auf durchschnittlich 158 Gramm pro Kilometer reduziert werden.

2011 wird der CO2-Wert der Flotte noch einmal deutlich gesenkt. Durch die Kombination von neuen, hocheffizienten Motoren und der ebenfalls neuen 7-Stufen-Automatik mit Start-Stopp-System verringert sich der Verbrauch je nach Modell um bis zu 31 Prozent. Eine Vielzahl weiterer Maßnahmen wird dazu beitragen, dass der Konzern die 2015 festgelegten Grenzwerte der Europäischen Kommission nicht nur erreichen, sondern sogar unterschreiten kann. Bis 2016 will Daimler die CO2-Emissionen der gesamten Pkw-Flotte auf durchschnittlich 125 Gramm pro Kilometer reduzieren. Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieb, einer Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor, werden einen zunehmenden Beitrag zum Erreichen dieses Ziels leisten. (Auto-Reporter.NET/pha)

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Michael April 13, 2011 um 10:50 Uhr

Faktisch, kann Daimler ja wirklich für die nächsten Jahre mit einer weiter steigenden Nachfrage rechnen. Die Chinesen werden zum Beispiel immer wohlhabender und der Markt dort wächst schnell.

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