Damit die Fahrt nicht zum gefährlichen Blindflug wird

4. Februar 2010

Der Winter hat Deutschland so fest im Griff wie schon lange nicht mehr. Und nach den Wetterprognosen werden Autofahrer auch noch in den kommenden Wochen mit von Eis, Schnee und Matsch bedeckten Straßen zu kämpfen haben. Gerade deshalb ist es wichtig, das Auto regelmäßig zu waschen – so paradox das auch erst einmal klingen mag. Dabei geht es nicht nur darum, die Fahrzeugkarosserie von aggressiven Tausalzablagerungen zu befreien und so vor Korrosionsschäden zu schützen. Denn auch für die Verkehrssicherheit spielt ein sauberes Auto eine entscheidende Rolle.

Viel zu viele Autofahrer unterschätzen das Risiko, das mit einem stark verschmutzten Auto gerade im Winter verbunden ist. Denn damit wird die Fahrt schnell zum gefährlichen Blindflug. Zum einen wird die Sicht aus einem verschmutzten Auto heraus stark beeinträchtigt. In brenzligen Verkehrssituationen können dem Fahrer dadurch wertvolle Sekunden Reaktionszeit verloren gehen. So zeigte ein Labortest des TÜV Rheinland im Auftrag von Aral 2008, dass die Sichtweite durch eine verschmutzte Frontscheibe um fast 50 Prozent geringer ist als durch eine saubere Windschutzscheibe – konkret heißt das: nur 38 statt 71 Meter. Bei Blendung durch den Gegenverkehr allein durch das Abblendlicht sinkt die Sichtweite auf nur noch 16 Meter – das ist weniger als bei starkem Nebel.

Ein erhöhtes Risiko geht außerdem von verschmutzten Außenspiegelgläsern, Seiten- und Heckscheiben aus. Und gerade weil man Letztere als Fahrer seltener im Blick hat, bemerkt man oft viel zu spät, dass man nichts mehr durch sie sieht. Zu einem ernsten Problem kann das sowohl beim Spurwechsel als auch beim Abbiegen sowie beim Ein- und Ausparken werden. Verwischen sich in den Schmutzablagerungen die Konturen des Spiegelbildes, kann dem Auge bei einem flüchtigen Blick schnell vorgegaukelt werden, die Nachbarspur sei frei. Damit sind gefährliche Situationen geradezu vorprogrammiert.

Das zweite Problem mit verschmutzten Autos im Winter ist, dass man von anderen Verkehrsteilnehmern auch deutlich schlechter gesehen wird. Denn je mehr Schmutz sich auf der Karosserie ablagert, desto weniger erkennbar wird die dadurch matte Fahrzeug-Silhouette für das menschliche Auge. Sie passt sich in unserer Wahrnehmung immer mehr der Umgebung an, was dazu führt, dass wir ein verschmutztes Fahrzeug wesentlich später sehen. Und damit sinkt die Reaktionszeit für eventuelle Brems- und Ausweichmanöver.

So ermittelte der Unfallforschers Prof. Max Danner, dass ein verschmutztes und damit mattes mit Tempo 80 fahrendes Fahrzeug vom Auge gut vier Sekunden später erfasst wird als ein gewaschenes Auto!

Schließlich wird die Erkennbarkeit eines Fahrzeugs in den Wintermonaten auch durch Schmutz auf Scheinwerfern und Rückleuchten erheblich vermindert, was von vielen Autofahrern immer wieder unterschätzt wird. Deshalb drohen inzwischen sogar Bußgelder für das Fahren mit verschmutzter Beleuchtung – und auch mit nicht mehr lesbarem Nummernschild.

Auch wenn es in den Wintermonaten schwerlich möglich ist, sein Auto täglich auf Hochglanz zu polieren, sollte man auf jeden Fall auf komplett durchsichtige Front-, Heck- und Seitenscheiben sowie saubere Außenspiegel und Scheinwerfergläser sowie Blink- und Rückleuchten achten. Und wenn man durch eine Fahrt durch die Waschanlage oder einen Stopp auf einem preiswerteren SB-Waschplatz regelmäßig dafür sorgt, dass auch die Fahrzeugkontur durch halbwegs sauberen Lack erkennbar bleibt, dann ist das auch nach Ansicht des Waschanlagen-Herstellers WashTec AG eine Investition in die Sicherheit, die mehr als lohnend ist. (auto-reporter.net/Ingo von Dahlern)

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