Der Jaguar soll sprungbereit bleiben

16. Januar 2010

„Von Zeit zu Zeit kommen wir mit revolutionär neuen, modernen Autos“, erklärte David Smith, der Chef der Jaguar-Land-Rover-Gruppe. „Das war in der Geschichte von Jaguar immer so“, zitiert ihn die „Wirtschaftswoche“. Smith scheint recht zu behalten. Denn auch nach dem Verkauf von Land Rover und Jaguar an den indischen Großindustriellen Ratan Tata – der Deal war 2,3 Milliarden US-Dollar schwer – gibt es bei Jaguar, nach wie vor in England ansässig, offensichtlich keinen Evolutionsstopp.

Auch Tata setzt weiter auf Tradition. Ein E-Type-Roadster soll entstehen und auch ein Jaguar mit elektrischem Vortrieb. Die Entwicklung alternativer Antriebe lässt sich Tata was kosten. Von umgerechnet mehr als 900 Millionen Euro, sozusagen einer ersten Rate, ist die Rede.

Weil ein Vertreter der Luxus-Liga keinen guten Eindruck hinterlässt, wenn er – elektrisch angetrieben – nur einen eng begrenzten Aktionsradius hat, um dann an einer Steckdose neue Kraft zu tanken, wird beim Projekt XJ-E von vornherein aufs Range-Extender-Konzept gesetzt. Für das Nachladen der Batterie während der Fahrt sorgt ein von einem Dreizylinder-Ottomotor angetriebener Generator.

Zunächst aber hat der neue Jaguar XJ seinen Auftritt, vor allem geprägt von einer weiterentwickelten Leichtmetallarchitektur und einem Design, das den Stil des Jaguar XF fortführt. Der Aufbau besteht zu 88 Prozent aus Aluminiumwerkstoffen. Eine verringerte Zahl an Einzelteilen und Stanznieten, aber auch der Einsatz von Hightech-Klebern ermöglichte, das Auto – verglichen mit einer Stahlkonstruktion – um 60 Prozent steifer und um mindestens 150 Kilogramm leichter zu machen und überdies schneller zu fertigen.

Das Interieur des neuen XJ – gewissermaßen die Krönung der Baureihe in ihrer 40-jährigen Geschichte – sehen die Designer als eine neue Dimension von Luxus, als „ein Fest der Sinne“. Das neue Spitzenmodell soll motorisch das bieten, was man von einem Auto mit diesem Auftritt erwartet. Ein knapp 400 PS leistendes V8-Triebwerk mit gut vier Liter Hubraum, das es per Kompressoraufladung auf 510 PS bringt, und ein 2,7-Liter-V6-Diesel mit 275 PS widmen sich dieser Aufgabe. (auto-reporter.net/Wolfram Riedel)

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