Der neue BMW 530d: Dynamisch, kraftvoll und sparsam

25. Januar 2010

Der erste Eindruck ist bekanntlich besonders nachhaltig und entscheidet meist über Top oder Flop. Wir hatten bereits vor der Markteinführung des neuen BMW die Möglichkeit, der 5er Limousine einmal auf das Gaspedal zudrücken. Und wer, nach den ersten Bildern, mit dem Gedanken spielt, den neuen 5er in seine engere Kaufentscheidung einzubinden, dem sei gesagt: BMW hat ein interessantes Modell auf die Straße gebracht. Unser Tipp: In die 4,90 Meter lange 5er Limousine sollte man zur einer Probefahrt einsteigen. Ab März wird der neue 5er auf dem deutschen Markt zunächst wahlweise mit vier Benzin- und zwei Turbodieselmotoren angeboten. Wir hatten zur ersten Fahrt, die auch schnelle Runden auf der portugiesischen Rennstrecke in Estoril bot, den 530d gewählt. Klar, der Dieselanteil in diesem Segment, das die E-Klasse von Mercedes-Benz, der Audi A6 und der BMW 5er beherrschen, ist entsprechend hoch – jedenfalls in Deutschland.

Mit dem BMW 530d kratzt der Kunde mit 49.300 Euro bereits an der magischen 50.000 Euro Grenze – und die lässt sich problemlos noch weiter nach oben schrauben. Nun gut, die Serienausstattung kann sich zwar sehen lassen, aber BMW bietet so viele innovative Optionen an, dass im 245 PS starken 530d auf keinen Fall das hervorragende Achtstufen-Automatikgetriebe (2.200 Euro) fehlen sollte. Sie kombiniert gerade in Verbindung mit dem 3,0-Liter Reihensechszylinder, den in der Klasse erwarteten Anspruch bei Komfort, Sportlichkeit und Effizienz auf eine ganz angenehme Art. Mit dem maximalen Drehmoment von 540 Nm im Drehzahlbereich von 1750 und 3000 Umdrehungen pro Minute geht diese feine Schaltautomatik beeindruckend komfortabel und fahrdynamisch um.

Im Gegensatz zur Sechsstufen-Automatik wurden hier nochmals die Reaktions- und Schaltzeiten verkürzt. Fakt ist, dass zum 250 km/h schnellen 530d eine Automatik gut passt und die mit acht Stufen ganz besonders. Mit ihr kann sogar der Normverbrauch und die CO2-Emissionen gegenüber dem Handschalter nochmals unterboten werden: 6,2 Liter/100 km und 162 g/km sind ein Wort. Wer der Umwelt etwas ganz besonders Gutes tun möchte, der bekommt den 530d auch mit der BluePerformance (Aufpreis 1.190 Euro), die dank Speicherkatalysator zur Reduktion der Stickoxide bereits heute schon die strenge Abgasnorm EU6 erfüllt.

Dass sich der neue 5er als eine sehr fahrdynamische und agile Limousine präsentiert, ist neben der Kombination einer Doppelquerlenker-Vorderachse mit einer Integral-V-Hinterachse und der elektromechanischen Servolenkung auch der Ingetral-Aktivlenkung (Aufpreis 1.750 Euro) zu verdanken – ein technisches Novum in der oberen Mittelklasse. Bereits beim Vorgänger gab es die Aktivlenkung, jetzt wird sie mit einer mitlenkenden Hinterachse verfeinert. In der Praxis ermöglicht sie bei niedriger Geschwindigkeit mit wenigen Lenkbewegungen und ohne Umgreifen zu rangieren. Dagegen wird bei höherem Tempo mit der gleichen Lenkradbewegung ein geringerer Radeinschlag ausgelöst, sodass die Präzision beim Anfahren von Kurven optimiert wird.

Empfehlenswert, aber mit 3.000 Euro nicht gerade preiswert, ist die technische Ausstattung Adaptive Drive, die nicht nur die Wankbewegungen des 530d reduziert, sondern auch mit Hilfe der dynamischen Dämpfer Kontrolle dem Fahrer ermöglicht, bequem per Knopfdruck die Fahrwerkseinstellung Normal, Komfort und Sport einzustellen. Je nach Wunsch unterstreicht die Dämpfereinstellung den fahraktiven Charakter des 530d. Richtig, der 5er ist kein Sportwagen, aber je nach Abstimmung bietet er ein hohes Maß an dynamischer Sportlichkeit – wie auf der Rennstrecke zu erfahren war. Demgegenüber steht aber auch ein großer Anteil an Komfort, der den Anspruch einer Langstrecken-Limousine im kraftvollen 530d unterstreicht.

Beim neuen 5er kosten die sicherheitsrelevanten Xenon-Scheinwerfer (1.200 Euro) ohne Kurvenlicht (450 Euro) Aufpreis. Wie in dieser Klasse üblich können für weitere Extras Geld ausgegeben werden. Vorteil: Optionen, die bislang nur in der Oberklasse zu haben waren, gibt es jetzt auch hier. Wie beispielsweise das Head-up Display (1.390 Euro), das verschiedene fahrrelevante Informationen auf die Frontscheibe projiziert, oder die Spurverlassens- (520 Euro) und Spurwechselwarnung (620 Euro).

Steigt man in den 530d ein, fühlt man sich sofort wohl. Alles passt wie ein schöner Maßanzug. Nur schade, dass die tollen elektrisch verstellbaren Komfortsitze mit 2.260 Euro zu Buche schlagen. Der Innenraum verwöhnt mit guten Verarbeitungsqualität und Materialanmutung. Allerdings bietet der neue 5er auch bei einem Radstand von 2,97 Meter im Innenraum keine überdurchschnittlich üppigen Raumverhältnisse, im Fond ist die Beinfreiheit im Gegensatz zum Wettbewerber E-Klasse etwas knapper. (auto-reporter.net/Peter Hartmann)

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