E10-Benzin: Nicht jeder Motor mag mehr Alkohol

16. Dezember 2010


Im kommenden Jahr können den Benzinsorten mit 91, 95 und 98 Oktan statt fünf Prozent bis zu zehn Prozent Ethanol beigemischt werden. Erkennbar sind die neuen Sorten an den Aufklebern an der Zapfsäule: „Normal E10 schwefelfrei“, „Super E10 schwefelfrei“ beziehungsweise „Super Plus E10 schwefelfrei“. Weitere Hinweise, wie „Enthält bis zu 10 Prozent Bioethanol“, müssen deutlich sichtbar angebracht sein.

Der neue Biokraftstoff mit mehr Ethanol sollte nur bedenkenlos getankt werden, wenn man sich sicher ist, dass ihn das eigene Fahrzeug auch verträgt. Im Zweifelsfall sollte weiterhin E5, also Kraftstoff mit geringerem Ethanolgehalt getankt werden. Welche Autos E10 fahren können, erfährt man beispielsweise unter www.adac.de/e10.

Eine Umrüstung nicht E10-tauglicher Fahrzeuge ist praktisch unmöglich und wäre auch wirtschaftlich nicht sinnvoll. Von der Verwendung spezieller Additive, die die E10-Tauglichkeit auch bei nicht „freigegebenen“ Modellen gewährleisten sollen, rät der ADAC ab. Es existieren dafür keine Freigaben der Fahrzeughersteller.

Wird ein nicht E10-taugliches Auto versehentlich mit dem neuen Kraftstoff betankt, sollte der Tankvorgang sofort abgebrochen und der Rest mit E5 aufgefüllt werden. Bereits eine einzige Fehlbetankung könnte zu kostspieligen Schäden an Bauteilen des Kraftstoffsystems führen.

Mehr Bioethanol im Benzin verteuert die Herstellungskosten der Kraftstoffe nur geringfügig. Ein unverhältnismäßiger Anstieg der Kraftstoffpreise wäre nach Auffassung des Automobilklubs nicht akzeptabel. Dies gilt für E10- wie auch für E5-Kraftstoffsorten. Der Klub hat die Bundesregierung deshalb aufgefordert, eine ausreichende Markttransparenz und -überwachung sicherzustellen. Damit soll eine unangemessene Preisentwicklungen gerade auch bei Super E5 ausgeschlossen werden. Der Klub plant, die Preisgestaltung genau zu verfolgen und mögliche Fehlentwicklungen zu thematisieren.

In Deutschland sind die Kraftstoffanbieter per Verordnung verpflichtet, E5-Sprit weiterhin anzubieten. Ausnahmeregelungen sind nur für sehr kleine Tankstellen vorgesehen. Vom E10-Tanken im Ausland raten die ADAC-Experten ab, denn in anderen europäischen Ländern gelten in Bezug auf E10 noch unterschiedliche Kraftstoffnormen und die Hersteller-Freigaben weichen zum Teil noch voneinander ab. (Auto-Reporter.NET/sr)

{ 0 comments… add one now }

Leave a Comment

Previous post:

Next post: