Ford-Autositze: Soja im Sofa

14. November 2017

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Soja ist vielen Menschen vertraut, Millionen von Konsumenten essen
und trinken täglich Sojaprodukte, wenn auch der Löwenanteil der
Ernte an Tiere verfüttert wird. Was aber kaum jemand weiß: Viele
Autofahrer sitzen auf recyceltem Soja. Bei Ford kam Schaumstoff auf
Basis von Sojabohnen 2008 erstmals beim Mustang zum Einsatz, als die
Ölpreise explodiert waren. Als Ersatz für Materialien aus Mineralöl
war Soja nicht nur vorteilhaft für die Umwelt, sondern auch fürs
Geschäft.

Seit 2011 wird Soja für Sitzkissen, Rückenlehnen und Kopfstützen
in allen Fahrzeugen verwendet, die von Ford in Nordamerika produziert
werden. Die innovative Verwendung von Sojaschaum als pflanzliche
Alternative zu herkömmlichen Mineralölprodukten bietet Vorteile in
puncto Nachhaltigkeit, ohne dabei die Haltbarkeit oder Leistung zu
beeinträchtigen. Mehr als 18,5 Millionen Fahrzeuge wurden bei Ford
in Nordamerika bereits unter Verwendung von Sojaschaum für einzelne
Bauteile hergestellt, dadurch konnten bisher rund 6,5 Millionen
Kilogramm CO2 eingespart werden. Übrigens ganz im Sinne des
Firmengründers Henry Ford, der schon in den 1940er Jahren die Idee
hatte, Biomaterialien in die Fahrzeugproduktion einzubringen.

„Neben Soja haben wir begonnen, nach weiteren nachwachsenden
Rohstoffen für unsere Fahrzeuge zu suchen, was uns wiederum bei der
Reduzierung von Treibhausemissionen geholfen hat", sagt Debbie
Mielewski, Senior Technical Leader, Materials Sustainability, Ford
Motor Company: „In einigen Fällen konnte das Material auch
Gewichtseinsparungen ermöglichen, mit einem positiven Einfluss auf
den Kraftstoffverbrauch".

Die Verwendung von Soja-Sitzschaum ist nur ein erster Schritt. Die
Palette möglicher Anwendungen der Bohnenmilch reicht bis zu
Gummikomponenten wie Dichtungen oder Wischerblätter. Neben der
Hülsenfrucht kommen acht nachhaltige Materialien zum Einsatz:
Weizen, Reis, Rizinus, Kenaf, Baumzellulose, Jute und Kokos. Darüber
hinaus wird bei Ford mit weiteren nachwachsenden Materialien
experimentiert, etwa mit Weizenstroh, Tomatenschalen, Bambus, Agaven,
Löwenzahn und sogar Algen. Erforscht werden auch Schaum- und
Kunststoffe auf der Basis des Treibhausgases Kohlendioxid.

„Wir müssen die unzähligen natürlichen Materialien so
verantwortungsvoll wie möglich einsetzen", sagte Mielewski:
„Dazu gehört auch die Verwendung von Pflanzen und Pflanzenabfällen
aus der Region, in denen wir unsere Fahrzeuge herstellen, was das
Potenzial hat, die Emissionen aus dem Schiffsverkehr weiter zu
reduzieren und den Landwirten in der Region neue Einnahmequellen zu
erschließen". (dpp-AutoReporter/wpr)

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