Formel 1: Ein Traumstart für Sauber ?

28. März 2011


Vor dem Saisonauftakt der FIA-Formel-1-Weltmeisterschaft 2011 in Australien schaut die Welt schockiert und fassungslos nach Japan. Auch das Sauber F1 Team, das durch Kamui Kobayashi eine besondere Beziehung zu diesem Land hat, blickt hilflos auf die Katastrophe. Als kleine Geste waren die beiden Sauber C30-Ferrari von Kamui Kobayashi und Sergio Pérez beim Saisonauftakt eine Botschaft in japanischer Schrift tragen. Übersetzt bedeutet dies etwa: „Möge unser Gebet die Menschen in Japan erreichen.“

„Ich war natürlich sofort in großer Sorge um mein Heimatland und bin von dem Barcelona-Test nach Japan geflogen. Ich muss sagen, die Situation ist wirklich sehr, sehr schlimm. So viele Menschen sind umgekommen, viele sind obdachlos, ohne Essen und Wasser im kalten Winter, viele haben geliebte Menschen verloren“, berichtete Kobayashi in Melbourne. „Ich habe den Wunsch, etwas zu tun und zu helfen, aber tatsächlich kann ich alleine praktisch nichts ausrichten. Ich denke, das einzige, was ich zumindest in diesem Moment tun kann, ist mich auf den Saisonauftakt in Melbourne zu konzentrieren. Ich will unbedingt alles geben, um ein gutes Ergebnis einzufahren, das den Menschen in Japan vielleicht wenigstens ein kleines bisschen Hoffnung und eine positive Nachricht bringt.“

Dies ist Kobayashi mit Platz acht gelungen, wenn auch sein mexikanischer Teamkollege Sergio Pérez noch einen Platz besser war. „Ich möchte das einen Traumstart in die Saison nennen, den man so nicht erwarten konnte. Und es ist vor allem ein herausgearbeitetes Resultat. Kamuis achter Platz ist eine super Leistung. Für das, was Sergio gemacht hat, habe ich eigentlich keine Erklärung. Er fuhr 35 Runden mit einem Satz gebrauchter weicher Reifen und dabei konstante Rundenzeiten,“ freute sich Teamchef Peter Sauber nach der Zieldurchfahrt.

Der Japaner sagte nach dem Rennen cool: „Ich habe mich sehr erschreckt, als Rubens Barrichello und Nico Rosberg vor mir den Unfall hatten, aber danach ist in meinem Rennen nicht mehr viel Aufregendes passiert. Melbourne war ein guter Auftakt, und ich freue mich jetzt noch mehr auf die weitere Saison.“ Peter Sauber hat wohl mit seinen Fahrer wieder eine gute Wahl getroffen, insbesondere der mexikanische Nachwuchsfahrer zeigte eine tolle Fahrt. „Dieses Rennen werde ich nie in meinem Leben vergessen, so viel ist sicher. Nachdem wir die Reifen gewechselt hatten, wollte ich mit den weichen Pneus zuerst angreifen, aber dann habe ich gemerkt, dass ich sie ganz gut schonen kann, und wir haben entschieden, damit durchzufahren“, sagte Pérez. Scheinbar hat man bei Sauber das heikle Thema „neue Reifen“ bereits gut verstanden.

Leider wurde der zunächst als Traumstart gefeierte Saisonauftakt für das Sauber F1 Team zum Albtraum. Sergio Perez war der tragische Held: Bei seiner Formel-1-Premiere als Siebter mit nur einem Reifenwechsel auf die Punkteränge gefahren, wurde er und sein japanischer Teamkollege Kamui Kobayashi nachträglich disqualifiziert. Grund: Bei der technischen Überprüfung nach dem Rennen stellte sich heraus, dass die eingesetzten Heckflügel illegal waren. Peter Sauber erläuterte: „Wir hatten zwei verschiedene Flügeltypen dabei. Einer scheint beim Bau nicht genau kontrolliert worden zu sein. Einen Vorteil kann man daraus sicher nicht ziehen. Ausgerechnet Force India kommt jetzt mit seinen beiden Autos in die WM-Punkte. Das schmerzt noch mehr.“ Zur Erläuterung: Der Flügel darf an der Oberseite einen Radius von 100 Millimetern nicht unterschreiten – bei Sauber soll er nach dem Rennen etwa 95 bis 97 Millimeter (!) betragen haben. (Auto-Reporter.NET/Peter Hartmann)

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