Gebrauchtwagenkauf: Wer zahlt, wenn der neue Alte streikt

22. März 2010

Obwohl ein Händler laut Gesetz mindestens zwölf Monate lang für Mängel an einem Gebrauchtwagen geradestehen muss, kommt es in der Praxis immer wieder zu gerichtlichen Auseinandersetzungen, da die Abgrenzung zwischen einem Mangel und normalem Verschleiß schwierig ist. Der Händler haftet bei Mängeln – bei natürlichem Verschleiß muss der Kunde selbst bezahlen. Mit seiner auf dem Dritten Deutschen Autorechtstag in Königswinter vorgestellten „Leitlinie zur Sachmängelhaftung“ möchte der ADAC dazu beitragen, dass Gutachter und Gerichte Streitfälle zur Sachmängelhaftung künftig besser beurteilen können.

Defekte am Auto – in Abhängigkeit von Alter und Laufleistung – sind laut ADAC nicht üblich, sondern die Ausnahme. Die Auswertung externer und interner Statistiken hat ergeben, dass bei einem Fahrzeug bis zu einem Alter von zehn Jahren und einer Laufleistung von 150.000 Kilometern der übliche Zustand grundsätzlich „funktionsfähig“ ist. Ausnahmen stellen lediglich Verschleißteile dar. Dazu gehören beispielsweise die Abgasanlage, sofern diese nicht vom Hersteller auf Fahrzeuglebenszeit ausgelegt wurde, Glühkerzen/Glühstifte, die Kupplung, Bremsscheiben inklusive der Beläge, Batterien, Reifen, Lampen und die Scheibenwischer. Daneben gibt es aber auch noch Bauteile (Filter, Zahnriemen, Zündkerzen), für die vom Hersteller ein definiertes Wechselintervall vorgeschrieben ist. Hier darf der Käufer erwarten, dass die angegebene Laufleistung erreicht wird.

Die Sachmängelhaftung gilt in der Regel nur beim Kauf von gewerblichen Anbietern. Privatverkäufer haben die Möglichkeit, diese vertraglich auszuschließen. Der Mangel muss bereits beim Kauf vorgelegen haben. In den ersten sechs Monaten ab Übergabedatum gilt zugunsten des Verbrauchers die gesetzliche Vermutung, dass der Mangel schon zum Zeitpunkt der Übergabe vorlag. Nach Ablauf dieser Zeit ist jedoch der Käufer in der Beweispflicht. (auto-reporter.net/sr)

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