Hockenheim: Emotionales Deutschland-Finale

17. Oktober 2010

In Hockenheim verfolgten am vergangenen Wochenende offiziellen Angaben der Veranstalter zu Folge rund 140.000 Fans die Rennen. Dazu gehörten nicht nur die DTM selbst, sondern auch die Formel 3 Euro Serie, der Porsche Carrera Cup, der VW Scirocco Cup und die Seat Leon Supercopa. In der DTM präsentierte sich der Schotte Paul di Resta in seinem Mercedes erneut in Top-Form. Er gewann im badischen Motodrom bereits das dritte Rennen in unmittelbarer Folge. Mit dem erneute Erfolg löste er den Kanadier Bruno Spengler, ebenfalls in einem Mercedes am Start, an der DTM-Spitze ab. In den verbleibende zwei Läufen machen die beiden zusammen mit ihrem Markenkollegen Gary Paffett, erstmals seit drei Jahren den Titelträger quasi "unter sich aus". Ihnen kam dabei das frühe Aus von Matthias Ekström zu gute, der bereits nach sieben Runden auf der verkürzten Strecke seinen Audi abstellen musste. Für Mercedes war es der achte Sieg im neunten Saison-Rennen und der siebte Sieg in Folge.

In der Euro Serie stand mit Edoardo Montara der Meister bereits seit dem Lauf in Oschersleben vorzeitig fest. Beim ersten Finallauf am Samstagsnachmittag konnte er im Regen erneut seine Performance und Beweis stellen. Er gewann den Start und gab die Führung bis ins Ziel auch nicht mehr ab. Den Titel des Vize-Meisters sicherte sich am Rennsonntag Marco Wittmann. Ihm reichte dazu ein siebter Platz. Sieger des letzten Laufes wurde der Spanier Daniel Juncadella vor seinem Landsmann Roberto Merhi. Auf Rang drei rückte Valtteri Bottas nach, denn Laurens Vanthoor hatte eine zu geringe Restbenzinmenge im Tank und wurde aufgrund dessen vom Rennen ausgeschlossen.

Im Porsche Carrera Cup konnte erstmals seit der Gründung des schnellsten Markenpokals im Jahr 1990 ein Fahrer ohne deutsche Staatsbürgerschaft gewinnen: Nicolas Armindo schaffte das Kunststück. Endlich meinte der Franzose, der bereits seit sechs Mal "Anlauf" nahm. Im reichte dazu ein fünfter Platz. Großer Verlierer war dagegen Nick Tandy. Trotz fünf Saisonsiegen konnte er nicht den "Pott" in Empfang nehmen. Der Brite, ansonsten als Blitzstarter bekannt, verschlief den Start und kam anschließend wegen durchdrehender Antriebsräder kaum vom Fleck. Anschließend fand er sich in der Sogenannte Nordkurve in Hockenheim mitten im "Getümmel" wieder und wurde prompt von der Strecke geschoben - und mit ihm weitere vier Konkurrenten. Sieger des turbulenten wie spannenden Laufes wurde Christian Engelhart, es war sein ganz großer Erfolg zum Abschluss seiner dritten Saison im Porsche Carrera Cup.

Ähnlich dramatisch ging es im Seat Leon Super Copa zur Sache. Nachdem am Samstag der Tscheche Petr Fulin den vorletzten Lauf für sich entscheiden konnte, sah am Sonntag Thomas Marschall als erster die schwarz-weiß karierte Zielflagge. Zweiter wurde der Schwede Andreas Simonsen, der sich damit den Titel sichern konnte. Er profitierte dabei vom Ausfall des Polen Damian Sawicki am Samstag. Im Regen kam er von der Ideallinie ab und rutschte von der glitschigen Strecke in die Reifenstapel. Durch diese "Nullrunde" seines härtesten Konkurrenten und zweimal 17 Zähler für Rang zwei lag der Schwede dann in der Endabrechnung der Saison deutlich vorn.

Die Premieren-Saison des neuen Scirocco R-Cups gewann Kris Heidorn. Dem 21-jährigen Wunstorfer reichte beim spannenden Saisonfinale ein vierter Platz, um sich den ersten Titel im umweltfreundlichsten Markenpokal zu sichern. Der letzte Sieger des Scirocco Cup, Willy Bergmeister in dessen Betrieb kein geringerer als Michael Schumacher den Beruf des Kfz-Mechanikers lernte, war einer der sogenannten Legendenfahrer, die im jeden Rennen der jetzt abgelaufenen Saison dabei waren, zählte dabei zu den ersten Gratulanten. Den Grundstein hatte Heidorn bereits im Qualifying gelegt, als er den fünften Startplatz holte und auch im Rennen nichts mehr anbrennen ließ. Er hielt sich aus allen Zweikämpfen heraus und fuhr so souverän zum Titel. (Auto-Reporter.NET/Bernhard Schoke)

{ 0 comments… add one now }

Leave a Comment

Previous post:

Next post: