Immer mehr teure Rückrufe: 85 Millionen Autos in fünf Jahren

13. März 2014

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Die Nachrichten über Fahrzeugrückrufe mehren sich - und verunsichern Autokäufer. Die Rückrufe in der Automobilindustrie entwickeln sich nach Einschätzungen und Berechnungen des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach zu einem zunehmenden Risikofaktor für alle Fahrzeughersteller. Die Zahl der Rückrufaktionen hatte 2013 auf dem Referenzmarkt USA einen unrühmlichen Rekordstand erreicht. Betroffen waren vor allem japanische und koreanische Konzerne; aber auch Fiat/Chrysler und BMW.

CAM listet in diesem Rahmen über 20,5 Millionen Pkw- und PickUp-Rückrufe auf, 2012 waren es noch 15,5 Millionen außerplanmäßige Werkstattbesuche. Im Jahr 2013 verzeichnen die globalen Hersteller damit gemessen an ihren Neuzulassungen eine Rückrufquote von 131 Prozent (Vorjahr: 107%), da auch Modelle älterer Baujahre betroffen waren.

Insgesamt wurden In den letzten fünf Jahren auf dem Referenzmarkt USA wegen sicherheitsrelevanter Mängel insgesamt über 85,5 Millionen Fahrzeuge zurückgerufen. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Rückrufquote von 128 Prozent - es wurden also 28 Prozent mehr Fahrzeuge in die Werkstätten zurückbeordert als in diesen fünf Jahren an Neufahrzeugen abgesetzt werden konnten.

Die höchsten Rückrufquoten zwischen 263 und 182 Prozent weisen im Jahr 2013 vor allem die koreanischen und japanischen Konzerne auf. Negativ-Spitzenreiter ist der koreanische Hyundai-Kia Konzern (u.a. mit Airbag-Problemen) und einer Rückrufquote von 263 Prozent, gefolgt von Fiat/Chrysler mit 258 Prozent, wo 1,56 Millionen Jeep-Modelle älterer Baujahre wegen Brandgefahr in die Werkstatt zitiert wurden.

Auf dem dritten Platz der Negativ-Liste findet sich mit 238 Prozent Rückrufquote Toyota wieder. Der ehemalige Qualitäts-Musterschüler musste wie schon wegen Überhitzungsgefahr in 2012 mehr als fünf Millionen Pkw in die Werkstätten beordern. 2013 gab es sicherheitsrelevante Mängel bei Airbags und Gurtstraffern. Und auch das neue Jahr 2014 beginnt für Toyota mit Problemen an knapp einer Million Prius, RAV4, Tacoma und Lexus RX350 in den USA.

Die Konzerne Volkswagen (mit Audi und Porsche) und Daimler weisen wie im Vorjahr im US-Markt deutlich unterdurchschnittliche Mängelquoten auf. Während die VW-Marken mit rund zwölf Prozent einen Anstieg der Rückrufe verzeichneten, gelingt es Daimler mit 0,2 Prozent (Vorjahr 6 %) den Bestwert der Branche zu setzen. Der größte Einzelrückruf der Schwaben bezieht sich auf 290 S-Klassen, an denen sich der Sitzgurt aus der Verankerung lösen kann. (dpp-AutoReporter/wpr)

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