In Stuttgart wird der Einsatz von Elektro-Taxis erforscht

27. August 2013


Ab dem kommenden Jahr wird Stuttgart zum Versuchsfeld für Elektro-Taxis. Eine Flotte von voraussichtlich fünf elektrisch angetriebenen Fahrzeugen soll ab April 2014 im Rahmen eines Forschungsprojekts ein Geschäftsmodell für den Einsatz von Elektrofahrzeugen im Taxiverkehr entwickeln und die Akzeptanz der Elektromobilität bei Taxifahrern und ihren Fahrgästen erhöhen.An dem Forschungsvorhaben „GuEST (Gemeinschaftsprojekt Nutzungs-untersuchungen von Elektrotaxis in Stuttgart)“ sind das Zentrum für interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung (ZIRIUS) der Universität Stuttgart, das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS), die Taxi-Auto-Zentrale Stuttgart eG, die DEKRA Automobil GmbH und die Robert Bosch GmbH beteiligt.Taxis legen in Großstädten viele Kilometer im Stadtverkehr zurück und sind daher grundsätzlich ein Einsatzfeld, in dem die Elektromobilität ihre Vorteile ausspielen kann. Allerdings sind die Anschaffungskosten von Elektrofahrzeugen deutlich höher als bei konventionell angetriebenen Fahrzeugen. Zudem stellt der Taxiverkehr besonders hohe Ansprüche an deren Qualität, Zuverlässigkeit, Reichweite und Sicherheit.Um zu erforschen, wie wirtschaftlich ein elektrischer Antrieb unter diesen Voraussetzungen ist, statten die Wissenschaftler des FKFS die eingesetzten Fahrzeuge mit spezieller Messtechnik aus. Diese erhebt während der Projektlaufzeit unter anderem Nutzungsdaten wie Energieflüsse und -verbräuche sowie typische Streckenprofile. Weiterhin untersuchen die Forscher, wie sich verschiedene Strecken mit anspruchsvollem Höhenprofil auf die Reichweite und damit auf die Einsatzfähigkeit der Elektrofahrzeuge im Taxibetrieb auswirken. Stuttgart mit seiner anspruchsvollen Topographie bietet hierfür großes Potential.Für den Projektpartner Robert Bosch GmbH stellt GuEST einen wichtigen Feldversuch dar. Denn ein Taxi ist ständig in verschiedenen Fahrsituationen in Bewegung: Tägliche Stadtfahrten absolvieren die Autos genauso wie längere Überlandfahrten. Mit Hilfe der Daten aus diesem permanenten Feldbetrieb lassen sich einzelne Bausteine optimieren und zu effizienten Systemen zusammenfügen.Um im Rahmen des Forschungsvorhabens möglichst realistische Nutzungsprofile zu erreichen, werden die fünf Elektrotaxis von Stuttgarter Taxiunternehmern mit festen Fahrern besetzt und kommen so unter realen Alltagsbedingungen zum Einsatz. Die Fahrer werden zu Beginn des Projekts gezielt für den Einsatz der Elektrofahrzeuge geschult.Wie sich die Nutzung im Taxibetrieb auf die Elektrofahrzeuge konkret auswirkt, untersuchen regelmäßig die Experten des Projektpartners DEKRA Automobil GmbH. Alle drei Monate werden die Taxis im Hinblick auf besonderen Verschleiß oder andere Auffälligkeiten untersucht. Durch den Einsatz von mehreren baugleichen Fahrzeugen lassen sich Rückschlüsse auf die Auswirkung des Nutzungsverhaltens auf das jeweilige Fahrzeug ziehen.Nicht zuletzt sollen die Taxifahrer des Forschungsprojekts zu Botschaftern der Elektromobilität werden. Immerhin entstehen mit fünf Elektrotaxis und zehn Fahrten pro Tag aufs Jahr gerechnet mindestens 15.000 Fahrerlebnisse in den Elektrofahrzeugen. Der Projektpartner Taxi-Auto-Zentrale Stuttgart eG sorgt im Rahmen von „GuEST“ für eine Software-Anpassung, die es Fahrgästen ermöglicht, Elektrotaxis ganz gezielt buchen zu können. (Auto-Reporter.NET/hhg)

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