Jeep feiert 70-jähriges Jubiläum

20. Juli 2011


Nicht nur in der Historie des Automobils markiert der 23. Juli 1941 eine wichtige Koordinate: Der kleine amerikanische Automobilhersteller Willys-Overland erhält an diesem Tag von der U. S. Army offiziell den Auftrag zum Bau von 16.000 „Willys MB“, einem leichten, wendigen und robusten Militärfahrzeug. Aus den 16.000 sollten nicht nur 250.000 und ein befreites Europa werden, der Vertrag ist zugleich die Geburtsurkunde einer ganzen Fahrzeuggattung – und einer Weltmarke: Jeep®.

Schon 1938 hatte die Heeresbeschaffungsstelle der U.S. Army 135 Fahrzeughersteller angeschrieben, um vierrädrigen Ersatz für die bis dahin verwendeten Kurier-Motorräder mit Seitenwagen und Ford Model T zu finden. Leicht und wendig sollte das Fahrzeug sein, robust und zuverlässig, mit Vierradantrieb plus Geländeuntersetzung ausgerüstet und 250 Kilogramm Nutzlast transportieren können. Angesichts der Aufrüstung des Dritten Reichs war Eile geboten: Innerhalb von 49 Tagen waren Konstruktionspläne und ein erster Prototyp zu liefern, weitere 26 Tage später 70 Erprobungsexemplare. Nur zwei Hersteller waren bereit, sich dieser Herausforderung zu stellen.

Obwohl Konkurrent American Bantam zunächst die Nase vorn hatte und sich auf Betreiben der US-Regierung auch Ford mit einem Modell einbrachte, erhielt schließlich Willys-Overland den Staatsauftrag. Nach ausführlichen Tests hatte sich der Prototyp „Willys Quad“ aufgrund des im Vergleich stärksten (60 PS) und zuverlässigsten Motors sowie des günstigen Preises (738,74 US-Dollar) durchgesetzt.

In Produktion ging schließlich der „Willys MA“, der schon kurz darauf mit zahlreichen Verbesserungen zum bis heute legendären „Willys MB“ wurde. Ford durfte das Auto ebenfalls bauen, damit innerhalb kürzester Zeit große Stückzahlen verfügbar waren. Die bis 1945 bei Willys-Overland und Ford gebauten rund 360.000 Militär-Jeeps wurden zu einem Symbol der Befreiung. Als die amerikanischen GIs nach Kriegsende in die USA zurückkehrten, bleiben viele der Fahrzeuge in Europa, weil ein Rücktransport zu teuer gewesen wäre. So trug der Jeep in den Nachkriegsjahren als Traktor und Räumgerät maßgeblich zum Wiederaufbau bei.

Heute, 70 Jahre später, summiert sich die Produktionszahl aller Jeep-Fahrzeuge auf mehr als 15 Millionen, ausgeliefert an Kunden rund um den Globus. Über die zivilen Willys MB-Nachfolger CJ-5 und CJ-6 aus den Fünfzigerjahren und, ab Mitte der Achtzigerjahre, über mehrere Wrangler-Generationen haben sich Design, Technik und Komfort ständig weiterentwickelt. In den Sechzigerjahren erfand Jeep schließlich das Segment der Luxus-SUVs, in dem die Marke heute mit dem Grand Cherokee erfolgreich ist.

In Deutschland besteht das Programm von Jeep heute aus vier Modellen: dem völlig erneuerten Jeep Compass als urbanem, kompaktem Einstieg in die Jeep-Welt, dem neuen, luxuriösen Grand Cherokee, dem Jeep Wrangler als direktem Nachfahren des Willys MB sowie dem Jeep Wrangler Unlimited, der mit langem Radstand, vier Türen, verblüffend viel Fahrkomfort und Langstrecken-Talent zum idealen Familienauto für alle Freunde moderner Klassiker avanciert ist. (Auto-Reporter.NET/hhg)
      

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