Kommentar: Biosprit E10 wird Polizei-Fahrzeugen untersagt

10. März 2011


Das dürfte „Auto Normalverbraucher“, den jetzt eine von der Politik angeordnete forcierte Info-Kampagne nach der gefloppten E10-Einführung schleunigst von der Unbedenklichkeit des Bio-Sprits überzeugen soll, endgültig in seiner ablehnenden Haltung gegenüber E10 bestärken: Die Polizei Schlesweg-Holsteins ist angewiesen, ihre Dienstwagen nicht mit dem neuen Biosprit zu betanken.

Aus Angst vor Motorschäden ist es Schleswig-Holsteins Polizei untersagt, die 160 mit Superbenzin betriebenen Fahrzeuge mit dem Biosprit E10 zu befüllen. „Bevor wir unseren Fuhrpark komplett lahmlegen oder größere Reparaturen provozieren, gehen wir auf Nummer sicher“, begründet Landespolizeiamts-Sprecherin Jessica Wessel gegenüber den „Lübecker Nachrichten“ die Anweisung des Landespolizeiamtes an alle Dienststellen.

Grund für die Maßnahme sei, dass es „noch keine eindeutigen Aussagen von Herstellern und Werkstätten zur Verträglichkeit des Kraftstoffs mit den Motoren“ gebe, sagte Wessel. Der Verzicht auf E10 sei in Abstimmung mit allen Polizeidirektionen im Land getroffen worden, wird die Sprecherin in „Welt online“ zitiert. Und die Polizei bekommt Rückdeckung vom Innenminister Schleswig-Holsteins, Klaus Schlie (CDU). Er stelle sich hinter diese fachliche Entscheidung, so Ministeriumssprecher Thomas Giebeler.

Die eindeutige Positionierung der Gesetzeshüter im Norden unseres Landes bringt die Volksseele in Wallung. „Warum soll der Verbraucher experimentell tanken, was staatliche Institutionen offiziell verweigern?“, fragen Leser angesichts der jüngsten Nachrichten aus Schleswig-Holstein. So lasse der Staat selbst die Finger von dem neuen Sprit, den das „Volk unbedingt tanken soll“. An Unglaubwürdigkeit sei das nicht mehr zu überbieten, lautet die einhellige Kritik.

Dabei hatte der von der Politik am Dienstag (8. März) eilig einberufene „Benzin-Gipfel“ versucht, sich dem E10 verweigernde Autofahrer zu beruhigen. Vergebens. Die Minister Röttgen und Brüderle haben da offenbar die Rechnung ohne den mündigen Bürger gemacht. E10 kann dem Autofahrer nicht verordnet werden. Die Abstimmung findet diesmal an der Zapfsäule statt. (Auto-Reporter.NET/Angelika Riedel)

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Stefan März 14, 2011 um 13:50 Uhr

Schon krass, wenn die Polizei offiziell dieses hochgelobte neue Benzin nicht tanken darf. Wie soll sich dann der normale Endverbraucher darauf verlassen? Ist doch klar, dass wir Kunden dann auch alle eher zurückhaltend sind.

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