Kommentar: Toyota kämpft weiter mit Qualitäts-Problemen und ruft 1,6 Millionen Autos zurück

29. Januar 2011


Obwohl Toyota-Präsident Akio Toyoda nach den vielen Rückrufen Kommunikationsfehler eingestanden und Besserung versprochen hatte, gehen für den weltgrößten Autokonzern die Rückrufprobleme weiter, als habe man nichts dazu gelernt. Unkontrollierte Beschleunigung, defekte Bremspedale, Ausfall der Servolenkung haben den Konzern seit eineinhalb Jahren zu spektakulären Rückrufaktionen gezwungen. Da sollte man eigentlich meinen, dass die Konzernleitung und ihre Kommunikatoren gelernt haben, frühzeitig zu informieren und die Probleme nicht zu vertuschen. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Die Pannenserie wird unvermindert fortgeschrieben. Und das Schönreden auch.

Schlimmer noch, denn auch im jüngsten Fall haben der Konzern und seine Presseabteilungen alles versucht, die Probleme zunächst zu ignorieren bzw. zu leugnen.

Auch bei der Sache mit den Benzin-Dämpfen wurde wieder bagatellisiert. Die in einzelnen Modellen der Marken Toyota und Lexus auftretenden Benzin-Gerüche seien völlig unproblematisch. Jetzt werden 1,6 Millionen Fahrzeuge wegen undichter Benzinleitungen zurückgerufen – , ein bisschen viel Aufwand für einen angeblich unproblematischen Sachverhalt. Die undichten Kraftstoffleitungen stehen mit 130 Bar ziemlich unter Druck. Der bei Undichtigkeit möglicherweise im Motorraum entstehende Kraftstoffnebel ist ein hoch explosives Gemisch. Kommt ein solches Gas-Luft-Gemisch mit heißen Motorteilen in Berührung, - man mag es sich nicht ausmalen, was dann passieren kann. Das wissen auch die Toyota-Ingenieure, die klug genug sind, nun weltweit 1,6 Millionen Autos zurückrufen lassen.

In Deutschland seien 24.000 Toyotas und 660 Lexus betroffen, heißt es in der Toyota-Zentrale in Köln, die sofort wieder relativiert, dass noch keiner dieser Fehler in Europa aufgetreten sei. Typisch für die Kölner Verharmloser: Der Benzingeruch sei ungefährlich, Brandgefahr bestehe nicht. Auch hier stellt sich die Frage, warum dann zurückgerufen werden muss. Schließlich reicht ein einzelner Brand aus, Menschenleben zu gefährden. Toyota Deutschland sollte aufhören, die Probleme schön zu reden. Ein Rückruf der verharmlost wird, führt nur zur Verunsicherung der Kunden. Manche von ihnen verzichtent vielleicht dann ganz auf den Besuch in der Werkstatt. Mit möglicherweise fatalen Folgen. Auch Toyota in Köln sollte einen Rückruf ernst nehmen und nicht immer wieder subtil als überflüssig erscheinen lassen. Insgesamt hat Toyota seit 2009 weltweit schon 16 Millionen Fahrzeuge zurückgerufen. Der Ruf als Qualitäts-Meister wird dadurch nicht gerade gestärkt. Peter von Hartenstein

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