Mit Medikamenten am Steuer ist Vorsicht geboten!

2. Februar 2011


Wer jetzt nicht prustet und schnupft, ist selber schuld, könnte man salopp meinen. Die Erkältungswelle rollt. Pillen, Tropfen und Hustensäfte stehen hoch im Kurs. Doch „Risiken und Nebenwirkungen“ trägt in jedem Fall der Betroffene. Auch wenn es unter Einfluss von Medikamenten zu einem Unfall kommt.

Wenn in diesen Wochen wieder vermehrt zu lindernden Medikamenten gegriffen werden muss, um der Erkältung Herr zu werden, ist Vorsicht geboten, falls man sich hinters Lenkrad setzt. Denn Medikamente können sich negativ auf die Fahrtüchtigkeit auswirken. Im Falle eines Unfalls drohten hohe Strafen, so die Sicherheitsexperten der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung. Die Rechtssprechung stuft Fahruntüchtigkeit durch Arzneimittel als Unverantwortlichkeit und grobe Fahrlässigkeit ein.

Da es sich kaum jemand leisten kann, wegen einer leichten Erkältung das Bett zu hüten, wird schnell nicht nur zu Schnupfen-, Husten- und Schmerzmitteln, sondern auch zum Autoschlüssel gegriffen. Ehe man sich versieht, befinde man sich mitten in einem äußerst gefährlichen Kreislauf, meinen die GTÜ-Experten und warnen vor einem unkalkulierbaren Risiko.

Mit Pillen zu Punkten
Allein grippale Infekte und starke Kopfschmerzen verbieten eigentlich schon das Lenken eines Fahrzeugs. Doch je nach pharmazeutischem Cocktail verabreicht sich der erkrankte Autofahrer zusätzlich noch eine reichhaltige Palette von Nebenwirkungen. Gerade Mittel gegen Erkältungskrankheiten beeinträchtigen ganz besonders das Reaktionsvermögen. Doch nur wenigen Autofahrern ist das überhaupt bewusst, zumal die Medizin oftmals auch noch vom Arzt verordnet wurde. „Und Hand aufs Herz: Wer liest den Beipackzettel wirklich komplett durch, um auf Nebenwirkungen zu stoßen?“, fragen die Stuttgarter Sicherheitsspezies. Und das Repertoire möglicher Begleiterscheinungen ist groß. Es reicht vom verminderten Reaktionsvermögen, von Benommenheit, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit bis hin zur Pupillenverengung (erschwertes Dunkelsehen) oder -erweiterung (erhöhte Blendeempfindlichkeit), einer schlechteren Koordination der Augen (Tunnelblick) oder dergleichen.

Kaskoschutz in Gefahr
Mit Medikamenten am Steuer sei äußerste Vorsicht geboten, lautet die Warnung. So finde beispielsweise der Wirkstoff Dextrometorphan mehrerer Hustenblocker auch in der Drogenszene Verwendung. Weitere Opiatpharmaka in Hustenmitteln sind Codein und Dehydrocodein. Bei Nachweis von Medikamenten als Unfallursache erlischt der Kaskoschutz der Kfz-Versicherung. Es drohen Bußgeld, Punkte, Fahrverbot und in besonders schwerwiegenden Fällen sogar Freiheitsstrafe. Ein kleiner Trost kann es nur sein, dass Schäden an anderen Fahrzeugen und Personen auch bei grober Fahrlässigkeit durch die Kfz-Haftpflicht abgedeckt bleiben.

Ob Schnupfen-, Husten- oder Schmerzmittel, vor allem aber bei Kombinationen dieser Präparate sollte man den Wagen stehen lassen, so der eindringliche Rat der Experten. Ist der Verzicht auf das Auto absolut unmöglich, sind zumindest folgende Tipps zu befolgen:

- Beim Arzt oder Apotheker sich über die Verkehrstauglichkeit der Medikamente informieren.
- Den Beipackzettel genau lesen (Nebenwirkungen).
- Die Dosierung und den Einnahmerhythmus wie vom Arzt verordnet einhalten.
- Auf die geringsten Warnzeichen achten, wenn beispielsweise die Buchstaben beim Lesen verschwimmen.
- Auf Alkohol komplett verzichten – selbst noch 24 Stunden nach Medikamentenkonsum.

(Auto-Reporter.NET/arie)

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