Mitfahrbänke – die neue Art des Trampens

17. Mai 2017

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Trampen war gestern, eine Smartphone-App für die
Mitfahrgelegenheit ist heute? Das stimmt so nicht ganz. Gerade im
ländlichen Bereich, in denen die schütteren bis erschütternd dürftigen Fahrpläne des ÖPNV privaten Autoverkehr fast alternativlos erscheinen lassen, findet eine
neue Idee immer mehr Anklang: die Mitfahrbank. Sie steht am Ortsrand
und jeder, der dort Platz nimmt, signalisiert sein Interesse
mitgenommen zu werden. Anders als früher wird keine
Mitfahrgelegenheit von Hamburg nach München, sondern eher eine in
die nächst größere Stadt, zum nächsten Einkaufscenter oder Arzt
gesucht.

 

Beim Einsteigen in den fremden Pkw denkt niemand an einen Unfall.
Doch sollte es dazu kommen: Ist der Mitfahrende geschützt? Könnten
bei einem Unfall Schadenersatzforderungen des Trampers auf den
Mitnehmenden zukommen?

 

Wie die HUK-Coburg mitteilt, kann der Tramper entspannt mitfahren.
Seine eventuellen Schadenersatzansprüche sind gedeckt. Eigenvorsorge
ist unnötig. Warum? In Deutschland muss für jeden Pkw eine
Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Darüber sind alle
Haftpflichtansprüche Dritter - also auch die des Mitfahrenden -
versichert. Reguliert werden neben Personenschäden auch Schäden,
die als Folge eines Unfalls auftreten, zum Beispiel Verdienstausfall,
Schmerzensgeld oder Rentenzahlungen. Außerdem ersetzt die
Kfz-Haftpflichtversicherung beschädigte Sachen, die Autoinsassen
üblicherweise mit sich führen wie Kleidung, Brille oder Handy.

 

Dementsprechend ist es unerheblich, ob der mitnehmende Autofahrer
schuldlos in eine Karambolage verwickelt wird oder ob er selbst für
die Kollision verantwortlich ist. Beide Pkw sind versichert und die
Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers kümmert sich auf
jeden Fall um die Regulierung.

 

Für den mitnehmenden Autofahrer bedeutet ein selbstverschuldeter
Unfall: Zwar kann ein Tramper von ihm eine Entschädigung für
Personen- oder Sachschäden verlangen, doch stellt ihn die eigene
Kfz-Haftpflichtversicherung von allen Ansprüchen frei. Sie ist für
die Regulierung und damit auch für alle eventuellen Zahlungen
zuständig. Fazit: Einer gelegentlichen Mitnahme Fremder steht nichts
im Wege. Sie ist im Rahmen der privaten Kfz-Haftpflichtversicherung
mitversichert. Etwas anders sieht es bei einer gewerblichen Mitnahme
aus. Wer Zweifel hat, kontaktiert am besten seinen
Kfz-Haftpflichtversicherer. (dpp-AutoReporter/wpr)

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