Modellvielfalt droht jeden zweiten Auto-Käufer zu überfordern

22. August 2013


Autokäufer haben die Qual der Wahl: Bereits heute drängen sich auf dem hart umkämpften europäischen Markt über 300 Modellreihen – Varianten wie Kombi, Coupé oder Cabriolet nicht mitgezählt. Die stetige Ausdifferenzierung der Produktpalette droht zumindest die deutschen Autokäufer zu überfordern. Dies ist ein Ergebnis einer Studie, die die Automotive-Experten der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC anlässlich der IAA in Frankfurt vorstellen.Demnach sind immerhin 54 Prozent der potenziellen Kunden in Deutschland der Ansicht, dass die große Auswahl die Kaufentscheidung schwerer mache. Ein Viertel der von Emnid Befragten, die in den kommenden zwölf Monaten ein Auto kaufen wollen, nimmt die Ausweitung des Angebots noch nicht einmal wahr.„Viele Autokäufer haben offensichtlich einen ‚Tunnelblick’ auf den Markt: Sie wissen sehr genau, was für einen Pkw sie benötigen bzw. sich leisten können und blenden das übrige Angebot aus. Umso wichtiger ist es aus Sicht der Hersteller, für die weniger festgelegten Interessenten nicht nur ein ‚genau passendes’ Auto im Angebot zu haben, sondern auch durch ein effizientes Marketing auf das Modell aufmerksam zu machen“, betont Felix Kuhnert, PwC-Partner und Leiter des Automotive-Bereichs in Deutschland und Europa.Für die deutschen Hersteller hat sich die Diversifizierungsstrategie mit vielen verschiedenen neuen Modellen bislang ausgezahlt. Wie die PwC-Analyse zeigt, rollten vor fünf Jahren aus den europäischen Werken erst 68 Modellreihen, aktuell sind es fast 100 und 2019 werden es voraussichtlich über 120 sein. Gleichzeitig konnten die deutschen Automobilhersteller zwischen 2007 und 2012 ihren Marktanteil  in Europa um sechs auf 36,5 Prozentpunkte ausbauen, trotz eines seit fünf Jahren schrumpfenden Marktes."Lange ist die Strategie der deutschen Autobauer aufgegangen, durch zusätzliche Modellreihen immer neue Segmente zu erschließen und Marktanteile zu erobern. Allerdings werden wir einen Punkt erreichen, an dem sich kleine und kleinste Nischen nur noch mit extremer Kostendisziplin füllen lassen. Je geringer der Aufwand für Neuentwicklungen ist und je mehr  Gleichteile verwendet werden können, desto besser“, kommentiert Kuhnert. (Auto-Reporter.NET/hhg)

{ 0 comments… add one now }

Leave a Comment

Previous post:

Next post: