Motorradfahrer auf Herbsttour

28. September 2013


Leuchtende Herbstfarben und die letzten warmen Sonnenstrahlen wirken in jedem Jahr wie Magnete auf Motorradfahrer. Vor der Winterpause noch Landstraße und die Natur genießen, das ist der Wunsch vieler Biker in diesen Wochen. Aber auch wenn die Sonne noch vom blauen Himmel strahlt, bringt die Jahreszeit gerade für Motorradfahrer spezielle Herausforderungen mit sich. Auch für Autofahrer gilt es in dieser Zeit, besonders auf Motorräder zu achten. Denn bei tief stehender Sonne oder bei Regenwetter sind gerade Motorräder schlecht zu erkennen oder sie werden durch die Umstände zu ungeplanten Fahrmanövern gezwungen. Eine Fehleinschätzung des Autofahrers kann da leicht tödliche Folgen haben.Die Verkehrsunfallstatistik des statistischen Bundesamtes für 2012 weist Häufungen von Motorradunfällen im Frühjahr und im Herbst aus. „Im Frühjahr ist es oft die mangelnde Routine nach Monaten der winterlichen Motorrad-Abstinenz, im Herbst gehören dagegen häufig Faktoren wie Straßenzustand und Wetter zu den Unfallursachen“, weiß Hans-Joachim Koch, Leiter der Kfz-Schadenabteilung der HDI Versicherung.Ein Blick in die Statistik zeigt aber auch, dass bei knapp 53 Prozent aller Motorradunfälle mit Personenschaden ein Autofahrer beteiligt war; bei rund 37 Prozent war dieser sogar der Unfallverursacher. Die Ursachen sind vielfältig. Häufig werden Motorradfahrer einfach übersehen oder Fahrverhalten oder Geschwindigkeit werden falsch eingeschätzt. Grund genug auch für Autofahrer, sich mit dem Thema „Motorradfahren im Herbst“ zu beschäftigen.Auch wenn Motorräder tagsüber grundsätzlich mit Abblendlicht oder mit Tagfahrlicht unterwegs sind, werden sie häufig übersehen. Gerade im Herbst beim ausgeprägten Wechselspiel von Licht und Schatten und tief stehender Sonne besteht immer die Gefahr, dass ein Motorrad nicht wahrgenommen wird. Zudem schätzen Autofahrer oft die Geschwindigkeit von sich nähernden Motorrädern als zu niedrig ein.Aber auch Motorradfahrer sehen bei tief stehender Sonne nicht selten besonders schlecht. Grund dafür sind oft während der Sommersaison verkratzte Helmvisiere. Die „Windschutzscheiben“ für Motorradfahrer sind aus elastischem Kunststoff und können im Gebrauch schnell verkratzen. „Die Strahlen der im Herbst tief stehenden Sonne brechen sich in den Kratzern und können dem Fahrer von einem Augenblick auf den anderen die Sicht nehmen“, erklärt HDI-Schadenfachmann Koch.Bäume und Büsche verlieren ihre Blätter, an vielen Straßen stehen Obstbäume in voller Frucht und landwirtschaftliche Fahrzeuge verteilen brockenweise Lehm und Erde auf der Straße. Gemischt mit herbstlicher Feuchtigkeit ergibt dies einen Schmierfilm auf der Straße, der für Motorräder leicht zur Rutschbahn werden kann.Gerade nach einem Regenschauer, bei morgendlicher Feuchtigkeit oder der ersten Reifglätte ist es deshalb für Motorradfahrer besonders wichtig, auch bekannte Kurven langsamer anzugehen als über den Sommer gewohnt. Auch sind Verschmutzungen der Fahrbahn in Kurven häufig erst im letzten Moment zu sehen. Autofahrer sollten sich daher darauf einstellen, dass Motorradfahrer vor Kurven überraschend abbremsen oder gezwungen sind, von der geplanten Fahrlinie abzuweichen, um einem Sturz zu entgehen. (Auto-Reporter.NET/hhg)

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