Öl-Studie von GTÜ und Castrol: Wartung und Pflege wird schon bei jüngeren Autos vernachlässigt

11. Juli 2013


Raus aus der Garantie und rein in den Wartungsstau: Sobald ein Auto den Neuwagen-Status verliert, erkaltet das Interesse seines Besitzers offenbar sehr schnell. Eine regelmäßige Kontrolle und Wartung ist danach keine Selbstverständlichkeit mehr. Mit zunehmendem Fahrzeugalter steigt der Anteil der Pkw, die mit deutlich zu wenig oder zu viel Motorenöl unterwegs sind, signifikant an. Das ist das Ergebnis der von Castrol gemeinsam mit der GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung) durchgeführten Öl-Studie.Außerdem zeigt eine Auswertung der Ölproben, dass im Schnitt fast jedes zweite Fahrzeug ab vier Jahren mit qualitativ mangelhaftem oder grenzwertigem Schmierstoff unterwegs ist. Demzufolge empfehlen die Prüfer nahezu jedem vierten Halter einen außerplanmäßigen Austausch, da das Motorenöl seine elementaren Aufgaben nicht mehr erfüllen kann.Bei den jungen Modellen mit einem Maximalalter von bis zu drei Jahren (Segment 1) stellten die Experten der GTÜ in 17,6 Prozent einen zu geringen oder zu hohen Ölstand fest. Die Ölanalysen ergaben bereits in 36 Prozent der Fälle eine grenzwertige Qualität, so dass in diesem Segment immerhin schon 14 Prozent für einen vorzeitigen Ölwechsel in Frage kamen.Die repräsentative Untersuchung ergab eine deutliche Verschlechterung aller Parameter bei den älteren Pkw-Segmenten. Unter den Autos in einem Alter zwischen vier und sechs Jahren (Segment 2) fuhren 22,5 Prozent mit falschem Ölstand bei der HU vor. Auffällig war hier, dass mit 9 Prozent zu viel Öl der mit Abstand höchste Wert aller Fahrzeugklassen gemessen wurde. Im Segment 3 (Pkw im Alter zwischen sieben und zehn Jahren) befanden sich die meisten Peilstabverweigerer. Mit 26,4 Prozent ist der Anteil unzureichender Füllstände am höchsten. Dafür fallen „nur“ 47,2 Prozent der Ölproben negativ beim Qualitätscheck auf, so dass am Ende 26,0 Prozent der Halter ein vorzeitiger Ölwechsel empfohlen wird. Im Fahrzeugsegment 4 mit Fahrzeugen älter als zehn Jahre bestätigt sich der Trend der Wartungsmuffel: In 26,1 Prozent der Fälle befand sich deutlich zu wenig oder zu viel Öl im Motor. Dagegen fiel der Anteil minderwertiger Ölproben mit 42,8 Prozent gegenüber Segment 3 besser aus. „Diese Ergebnisse haben uns überrascht, denn eigentlich hatten wir eine signifikant schlechtere Ölqualität erst bei den älteren Autos erwartet. Wenn jedoch jedem dritten Pkw zwischen vier und sieben Jahren ein kritischer Ölzustand attestiert und ein Wechsel des Motorenöls empfohlen wird, dann sollte der Fahrer sich die Konsequenzen bewusst machen“, sagt Thomas Griebel, bei Castrol verantwortlich für den Technischen Kundendienst. Denn die regelmäßige Kontrolle des Ölfüllstands und die Verwendung von hochwertigen Schmierstoffen sind Grundvoraussetzungen für ein langes Motorleben sowie den Werterhalt des gesamten Fahrzeugs. „Die erzielbare Laufleistung für einen Motor der aktuellen Generation liegt bei rund 350.000 Kilometern. Mit dem Einsatz ungeeigneter Schmierstoffe sinkt sie um mehr als 40 Prozent auf lediglich rund 200.000 Kilometer“, ergänzt Griebel. (Auto-Reporter.NET/hhg)

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