Oldies but Goldies: Alte Schätzchen im Mängelreport gut unterwegs

11. März 2011


Obwohl ihre Zahl in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen hat, machen die „kraftfahrzeugtechnischen Kulturgüter“, wie sich die mindestens 30 Jahre alten Fahrzeuge mit H-Kennzeichen nach einer amtlichen Prüfung nennen dürfen, Fahrzeugsachverständigen keine Sorgen. Ihr Mängelniveau kann sich im Vergleich zu wesentlich jüngeren Fahrzeugen sehen lassen.

Die meisten Klassiker mit H-Kennzeichen sind in gutem Zustand, so das Fazit des GTÜ-Mängelreports. Dabei fuhren nie mehr historische Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen als heute. Und ihr Bestand nimmt jährlich um durchschnittlich etwa zehn Prozent zu. Insgesamt sind über 600.000 Autos mit mehr als 30 Jahren auf dem Buckel unterwegs. Für die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung ein Grund, diese Altersgruppe bei der Mängelentwicklung einmal genauer unter die Lupe zu nehmen, eilte Oldtimern in der Vergangenheit doch immer wieder der Ruf voraus, schlecht gewartet und technisch nicht immer ganz auf der Höhe zu sein. Doch die Realität ist eine andere, wie der aktuelle GTÜ-Mängelreport der Sachverständigen belegt: „Meist sind die alten Schätze gut in Schuss und brauchen den Vergleich mit wesentlich jüngeren Autos nicht zu scheuen.“

Der gute Zustand der historischen Fahrzeuge geht in erster Linie aufs Konto regelmäßiger Pflege und Wartung. Mängel an Reifen und Bremsen fanden die Experten bei Oldtimern kaum. So ist es auch nicht erstaunlich, dass die Klassiker mit H-Kennzeichen bei erheblichen Mängeln auf dem Niveau der ein bis fünf Jahre alten Fahrzeuge in der GTÜ-Mängelstatistik liegen.

Die Unterschiede der Mängelquoten zwischen den einzelnen Altersklassen ist erheblich. Sind von den bis zu neun Jahre alten Pkws mehr als 36 Prozent mit Mängeln unterwegs (12,0 erhebliche/24,4 geringe), schnellen die Mängelzahlen bei den Autos im Alter von zehn bis 19 Jahren in die Höhe: Hier finden die Prüfingenieure bei rund 70 Prozent der Autos Mängel (27,6 erhebliche/43,6 geringe). Noch eklatanter schlagen die Mängel bei 20 bis 29 Jahre alten Fahrzeugen, den so genannten Youngtimern, zu Buche: Drei Viertel der untersuchen Fahrzeuge weisen Mängel auf (26,6 erhebliche/48,3 geringe).

Ganz anders fällt die Bilanz mit erreichen des Oldtimeralters aus: Bei den über 30-Jährigen mit H-Kennzeichen sinkt die Zahl der mängelbehafteten auf rund 50 Prozent. Der Anteil der erheblichen Mängel erreicht mit elf Prozent ein Rekordtief und liegt beim Mängelaufkommen auf dem Niveau der Pkws mit einem Alter von bis zu fünf Jahren.

Hierfür hat die GTÜ mehrere Gründe ausgemacht. Zum einen ändert sich der Status des Fahrzeugs von einem Gebrauchsgegenstand zu einem „Liebhaberstück“. Dementsprechend intensiver fallen Pflege und Wartung aus. Zudem muss sich das Fahrzeug in einem weitgehend mängelfreien Zustand befinden, wenn ihm das H-Kennzeichen zuerkannt werden soll. Fehlende Wartung wird im Vorfeld der Untersuchung nachgeholt. Nicht zu vergessen sei, so die Sachverständigen, dass die Fahrzeuge je nach Fahrzeugtyp als vielversprechende und sichere Wertanlage gelten, für die sich in einem mangelfreien Zustand erheblich höhere Preise erzielen lassen.

Auch seitens der Kfz-Betriebe wird Oldtimern mehr Aufmerksamkeit geschenkt als bislang. Man habe sie als Zielgruppe entdeckt und sich dementsprechend auf die alte Technik spezialisiert, so die GTÜ. Hersteller, die sich wieder mehr auf ihre Tradition besinnen, bieten für die Veteranen wieder hochwertige Ersatzteile an. (Auto-Reporter.NET/arie)
      

{ 0 comments… add one now }

Leave a Comment

Previous post:

Next post: