Opel Insignia: Sicheres Fahren mit adaptivem Allradantrieb

10. Februar 2010

Besonders schlechte Straßen mit Schlaglöchern möglicherweise noch in Verbindung mit widrigen Witterungsbedingungen wie heftiger Regen oder Schnee und Glätte im Winter stellen extrem hohe Anforderungen an die Fahrwerkstechnik. Deshalb sollten moderne Fahrwerkssysteme Gefahren möglichst frühzeitig erkennen und den Fahrer in kritischen Fahrsituationen unterstützen – soweit die Theorie.

Und wie fährt sich der neue Opel Insignia 4x4? Für den Opel das neue adaptive 4x4-Allrad-System anbietet, das in Verbindung mit dem FlexRide-Fahrwerk und den elektronisch-hydraulischen Lamellenkupplungen neue Maßstäbe setzt: So vergeht nur ein kurzer Wimpernschlag (ca. 80 Millisekunden) zwischen dem Erkennen einer kritischen Situation durch die Sensoren und der darauf erfolgten Kraftverteilung an die Räder. Diese kann stufenlos von Null bis nahezu 100 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse als auch zwischen den Rädern der Hinterachse verteilt werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen mechanischen Allradantrieben erlaubt die hydraulische Steuerung, blitzschnelle Eingriffe.

Informationen erhält das adaptive Allrad-System über drei Module: BCM (Body Control Modul), ECU (Engine Control Unit) und dem ESP-Modul. Alle Informationen werden dann zum Steuergerät weitergeleitet, ausgewertet und das Drehmoment individuell an die Räder verteilt. Der Kraftverlauf erfolgt beim neuen Opel Insignia 4x4 vom Vorderachsdifferential über die Kardanwelle zu einer hydraulischen Lamellenkupplung. Sie steuert elektronisch geregelt die Drehmomentverteilung von 0 bis 100 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse. Die Kraftverteilung an der Hinterachse übernimmt ebenfalls eine hydraulische Lamellenkupplung mit einer möglichen Kraftverteilung von fast 100 Prozent an jeweils eines der beiden Hinterräder. Vorteil: Der Insignia 4x4 kann selbst dann problemlos anfahren, wenn er mit drei Rädern auf Eis und nur eines der Hinterräder beispielsweise auf Asphalt steht.

Die Module erhalten ihre Signale von Sensoren die Gierrate, Beschleunigung, Lenkwinkel, Raddrehzahlen, Gaspedalstellung, Motordrehzahl und Drehmoment erfassen und die Kraftverteilung entsprechend der empfangenen Informationen an die aktuelle Fahrsituation anpassen. So erfolgt etwa vor dem eigentlichen Anfahren über Gaspedalstellung und Motordrehzahl eine Information an das Steuergerät. Die Drehmomentverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse erfolgt – anders als bei üblichen System – schon vor dem eigentlichen Start. Bei einem bevorstehenden „Kavalierstart“ wird schon im Vorfeld ein entsprechender Teil der Antriebskraft zu den Hinterrädern delegiert. „Es ist ein großer Vorteil des neuen Opel Allrad-Systems, das nicht erst eine kritische Situation wie zum Beispiel durchdrehende Vorderräder entstehen muss. Damit eine entsprechende Regelung eingeleitet wird,“ erläutert Andreas Holl, Leiter der Fahrwerksentwicklung für den Opel Insignia.

Ein klassisches Beispiel dafür ist das Fahren auf Schnee. Wer war nicht schon einmal auf einer schneebedeckten Bergabstrecke eine Spur zu schnell, hat aus diesem Grund den Fuß vom Gas genommen und festgestellt, dass sein allradgetriebenes Auto kaum mehr den Lenkbewegungen folgt und stur über die Vorderräder geradeaus in Richtung Straßenrand schiebt. Auch bei diesem extrem kritischen Fahrmanöver hilft dieser adaptive 4x4-Antrieb dem Fahrer. Das Allradkonzept mit seiner aufwändigen Sensorik kann nicht nur Drehmoment verteilen sondern umgekehrt auch ein durch Gaswegnahme vom Motor verursachtes Bremsmoment (Schleppmoment) so auf die einzelnen Räder umleiten, dass die Steuerbarkeit des Fahrzeugs optimal unterstützt wird. Durch die vielfältigen Steuerungsmöglichkeiten der Drehmoment- oder Bremsmomentverteilung sowie der Stoßdämpfersteuerung löst der adaptive Allradantrieb damit kritische Situationen im Straßenverkehr ohne das ESP als rettender Engel eingreifen muss. „ESP bleibt als Schutzengel immer im Hintergrund aktiviert“, sagt Holl.

Zusätzlich hat der Fahrer noch per Tastendruck die Möglichkeiten auf die Kraftverteilung: Die wählbare Sport-Einstellung verteilt mehr Kraft an die Hinterachse, um die Traktion zu erhöhen und ein agileres Fahrverhalten zu erzielen. So ist der Insignia 4x4 leichter kontrollierbar, die Fahrsicherheitsgrenzen verschieben sich etwas nach oben. Bis zum Haftlimit der Reifen wirkt zunächst alleine das adaptive 4x4-System stabilisierend, ehe sich bei Bedarf ESP einmischt.

Das neue adaptive Allradsystem ist für den Opel Insignia 4x4 in Kombination mit dem 2,0-Liter Vierzylinder Turbo-Benziner (220 PS/162 kW) und dem 2,8-Liter V6-Benziner 260 PS/191 kW) zu haben. Neben dem serienmäßigen Sechsganggetriebe steht auch eine Sechsstufen-Automatik zur Verfügung. Die Preisen starten bei 35.685 Euro. (auto-reporter.net/Peter Hartmann)

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