Polizei-Kontrolle: Auswanderer mit rollender Zeitbombe unterwegs

22. März 2014

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Kräfte der Regionalen Kontrollgruppe aus den Polizeiinspektionen Aurich/Wittmund, Emden/Leer, des Zolls, des Bundesamtes für Güterverkehr und der niederländischen Polizei, kontrollierten am 20. März 2014, in der Zeit von 08.00 -16.00, auf dem Parkplatz "Rheiderland" an der A 31, bei Weener, mehr als 180 Fahrzeuge sowie über 200 Personen. Dabei stellten sie über 100 Verstöße fest und nahmen Sicherleistungen in Höhe von insgesamt 2100 Euro. Schwerpunkte der Kontrollen waren die Überwachung des gewerblichen Güter- und Personenverkehrs. Bei den LKW Transporten mussten die Einsatzkräfte in 18 Fällen die Weiterfahrt untersagen. Gründe hierfür waren unter anderem mangelnde Ladungssicherung bzw. Überladung, technische Mängel wie beispielsweise glatte Reifen bzw. Verstöße gegen das Gefahrgutrecht oder gegen die Lenk- und Ruhezeiten.

In einem besonders markanten Fall wurde ein Fahrer kontrolliert, der mit seinem alten Wohnmobil und einem Anhänger auf der A 31 unterwegs war. Der 36-jährige Niederländer wollte mit seinem kompletten Hausstand nach Schweden fahren, um nach dorthin auszuwandern. Zu seinem Hausstand gehörte wohl offensichtlich auch ein Trecker, den er auf dem Anhänger transportierte. Der Anhänger selbst wies diverse Rahmenbrüche auf, welche nur laienhaft geschweißt wurden, war überladen und hatte eine nicht zugelassene Zuggabel montiert. Dazu waren von den insgesamt 6 Reifen des Anhängers 5 ohne Profil und zusätzlich noch teilweise beschädigt. Zudem hatte der Niederländer im Inneren des ehemaligen Wohnmobils einen eigens hergestellten großen Tank verbotenerweise eingebaut. Von dem mit ca. 200 Litern Diesel gefüllten Tank, wurde mittels Gartenschlauch eine Verbindung zum Fahrzeug (Wohnmobil) hergestellt. Über dem Tank hatte der Niederländer ein Bettgestell befestigt, das als Schlafmöglichkeit dienen sollte. Dem Fahrer wurde an Ort und Stelle die Weiterfahrt untersagt - der Anhänger sogar außer Betrieb gesetzt. Er muss mit mehreren Bußgeldverfahren wegen der zahlreichen Verstöße rechnen.

"Dieses Fahrzeuggespann ist wegen seiner gravierenden Mängel eine rollende Zeitbombe im Straßenverkehr. Kontrollen dieser Art haben unter anderem zum Ziel, genau solche Fahrzeuge aus dem Verkehr zu ziehen", sagte Marco Ellermann, Pressesprecher der Polizeidirektion Osnabrück. In einem anderen Fall transportierte eine niederländische Spedition Stahlspundwände von Wilhelmshaven nach Groningen. Hier stellten die Beamten eine Überladung von 20 Prozent bzw. 10 Tonnen fest - hier musste entsprechend umgeladen werden. Die Spedition hinterlegte 1.000 Euro Sicherheitsleistung für das anstehende Verfahren. Bei den PKW Kontrollen stellten die Einsatzkräfte neben kleineren Verstößen auch einen Fahrer fest, der ohne eine gültige Fahrerlaubnis unterwegs war und einen weiteren Fahrer, der eine geringe Menge an Betäubungsmitteln (Marihuana) mit sich führte.

Mit Kontrollaktion dieser Art sollen die jeweiligen Schwerpunktthemen beim Verkehrsteilnehmer präsent gemacht werden. Ziel ist es, positive Einstellungs- und Verhaltensveränderungen bei den Verkehrsteilnehmern zu bewirken. Auch zukünftig wird es in regelmäßigen Abständen solche Schwerpunktkontrollen geben, so Ellermann. (dpp-AutoReporter)

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