Reue nach 90 Minuten ist keine Fahrerflucht

14. März 2014

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Ein Autofahrer war beim Zurücksetzen gegen eine Mauer geprallt und hatte dabei einen Schaden von 1.650 Euro verursacht. Statt Angaben zu seiner Person beziehungsweise zum Schadenhergang zu machen, setzte er jedoch seine Fahrt fort. Erst eineinhalb Stunden später meldete er sich bei der Polizei, die daraufhin seinen Führerschein einbehielt. Das Amtsgericht Bielefeld hatte jedoch ein Einsehen mit dem reuigen Sünder und befand den Führerscheinentzug für unbillig.

Zwar könne sich der Autofahrer aufgrund des deutlich über der "Bagatellgrenze" von 1.300 Euro liegenden Schadens nicht auf den Tatbestand der "tätigen Reue" berufen. Gleichwohl lasse die freiwillige Schadenmeldung den Verstoß in einem milderen Licht erscheinen. Da sich der Mann auch keinen Eintrag im Verkehrszentralregister hatte zuschulden kommen lassen, müsse von einem Augenblicksversagen ausgegangen werden, so dass er die Fahrerlaubnis ausnahmsweise behalten dürfe. (AmG Bielefeld, 9 Gs 402 Js 3422/13-5435/13) Wolgang Büser/ dpp-AutoReporter

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