Riecht‘s nach „getürktem“ Unfall, ist der Geschädigte in Beweispflicht

3. Dezember 2012


Das Oberlandesgericht (OLG) Nürnberg hat entschieden, dass eine Kfz-Haftpflichtversicherung bei Verdacht auf einen gestellten Autounfall nicht ohne Weiteres zahlen muss. Bestehe ein solcher Verdacht, müsse der (angeblich) Geschädigte alle Zweifel ausräumen, dass der Crash sich so nicht zugetragen hat, wie von der Versicherung unterstellt. Im verhandelten Fall hatte sie erhebliche Zweifel an dem Unfall, da der Geschädigte einen sehr teuren Wagen fuhr und der Unfallverursacher einen billigen Gebrauchtwagen, wobei beide Autos kurz zuvor erst „gekauft“ wurden. Der Verkäufer war aber nicht genannt worden, und Verträge darüber lagen auch nicht vor. Auch die Tatsache, dass es keine neutralen Zeugen oder Fotos gab, dass die Polizei nicht eingeschaltet worden war und schließlich dass „auf Gutachtenbasis“ abgerechnet werden sollte, ließen den Versicherer aufhorchen. Gelingt es dem Geschädigten nicht, die Zweifel auszuräumen, so hat er keinen Ersatzanspruch. Im konkreten Fall ging es um die Klage eines Fahrzeughalters, der von der Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallgegners mehr als 20.000 Euro forderte. Nach Ansicht des OLG lagen Anzeichen für einen gestellten Unfall vor, sodass die volle Beweispflicht beim Fahrzeughalter lag. Er hatte glaubhaft darzustellen, dass sich der Unfall so wie geschildert zugetragen hat, was ihm jedoch nicht gelang (OLG Nürnberg, 4 U 2659/10). (Auto-Reporter.NET/W. Büser)

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