Risiko Headset: Ohren auf im Straßenverkehr

17. August 2017

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Immer mehr Verkehrsteilnehmer nutzen Kopfhörer oder Headsets, um
unterwegs zu Musik zu hören oder zu telefonieren. Damit bringen sie
sich selbst und andere in Gefahr, warnen Dekra-Unfallforscher. Wer
Kopfhörer oder Headset im Straßenverkehr nutzt, lenkt sich vom
Verkehrsgeschehen ab, überhört leicht wichtige Warnsignale und geht
ein hohes Unfallrisiko ein.

 

Immer öfter gibt es im Straßenverkehr etwas auf die Ohren: Nach
einer Befragung des Deutschen Verkehrssicherheitsrates waren 2015
rund 22 Prozent der Fußgänger und 19 Prozent der Radfahrer
zumindest hin und wieder mit Kopfhörern im Straßenverkehr
unterwegs. Bei den Jüngeren bis 34 Jahre war es sogar rund jede/r
Zweite.

 

Gefährlich wird es für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer,
wenn sie die Warnsignale von anderen Verkehrsteilnehmern nicht
wahrnehmen, die sich nicht unmittelbar im Blickfeld befinden. „Wir
brauchen nicht nur die optischen, sondern auch die akustischen
Signale und Informationen, um uns sicher im Straßenverkehr zu
bewegen", weiß Dekra-Unfallforscherin Stefanie Ritter. Mit
aufgesetztem Kopfhörer werden je nach Lautstärke wichtige Signale
weggedämpft, sei es ein hupendes Auto, das Klingeln einer
Straßenbahn, die Klingel eines Radfahrers oder der Warnruf eines
Fußgängers. „Kopfhörer oder Headset bringen zusätzliche
Gefahren, die vermeidbar sind. Deshalb sollte man ganz darauf
verzichten, wenn man aktiv im Straßenverkehr unterwegs ist, und sie
lieber erst im Bus oder in der Bahn aufsetzen."

 

Rechtlich ist das Tragen von Kopfhörern oder Headsets im
Straßenverkehr in Deutschland zwar noch nicht generell verboten.
Allerdings ist der Nutzer laut § 23 Abs. 1 der
Straßenverkehrsordnung dafür verantwortlich, dass das Gehör nicht
beeinträchtigt wird. Das heißt umgekehrt: Wenn Kopfhörer oder
Headset das Gehör beeinträchtigen, sind sie nicht erlaubt. Ob das
der Fall ist, muss letztlich im Einzelfall entschieden werden.

 

Wer etwa das Martinshorn von Polizei oder Feuerwehr überhört,
muss mit einem Bußgeld von 10 Euro rechnen. Deutlich teurer kann es
werden, wenn man in einen Unfall verwickelt wird. Der Unfallgegner
kann versuchen, dem Nutzer eines Kopfhörers eine Mitschuld
anzulasten. Möglich ist auch, dass die eigene
Haftpflichtversicherung wegen grober Fahrlässigkeit ihre Leistungen
kürzt.

 

Ähnliche Regelungen wie in Deutschland gibt es in Österreich und
in der Schweiz. In Frankreich dagegen droht jedem Fahrer von Auto,
Motorrad oder Fahrrad ein Bußgeld von 135 Euro, wenn er mit
Kopfhörer oder Knopf im Ohr ertappt wird. Auch in Spanien ist das
Tragen eines Kopfhörers für Fahrer untersagt. In Portugal darf nur
ein Ohr beschallt werden. (dpp-AutoReporter/wpr)

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