Sicher mit Wohnmobil und Caravan unterwegs

17. Juli 2013


Im Unfallgeschehen auf unseren Straßen spielen die Fahrzeuge der Camper eine eher untergeordnete Rolle. Die letzten von der Bundesanstalt für Straßenwesen erhobenen Zahlen stammen aus dem Jahr 2010. 743 Unfälle mit Personenschäden wurden registriert, an denen Wohnmobile beteiligt waren, dabei gab es 19 Tote und 202 Schwerverletzte. Und natürlich finden die meisten Wohnmobilunfälle in der Zeit von Mai bis Oktober statt, in der Hauptreisezeit.Die KÜS hat bei ihren Hauptuntersuchungen an Wohnanhängern und Wohnmobilen die Schwerpunktmängel herausgefiltert. Festgestellte HU-relevante Mängel bei Wohnanhängern liegen häufig im Bereich der Bremsanlage und der Lichtanlage. Die Bremsanlage rostet bei den langen Standzeiten, die Übertragungseinrichtungen verlieren ihre Gangbarkeit. Bei der Lichtanlage sind defekte elektrische Leitungen und Kontakte häufig das Problem, eine regelmäßige Kontrolle der Funktionalität ist deswegen empfehlenswert. Besonderes Augenmerk haben die KÜS-Prüfingenieure auf Deichsel, Stützrad, Abreißseil und Zugkugelkupplung. Mängel durch zu großen Verschleiß sollte man im Vorfeld beseitigen lassen. Bei der Bereifung der Anhänger zählt die Profiltiefe, 1,6 Millimeter mindestens sagt der Gesetzgeber, die KÜS empfiehlt 3 Millimeter. Kontrolliert werden die Reifen auch auf Beschädigungen (Deformationen und Alterungsrisse). Wichtiger Hinweis: Bei Wohnanhängern, die nach der 9. Ausnahmeverordnung der deutschen StVO eine 100-km/h-Zulassung besitzen, dürfen die Reifen nicht älter als 6 Jahre alt sein (zu erkennen an der DOT-Nummer), da sonst dieser Ausnahmestatus verloren geht.Besonders achten die Prüfer bei einem Wohnmobil und Wohnanhänger auf die Flüssiggasanlage (Campinggasanlage = Gasanlage zum Betrieb der durch die Definition vorgeschriebenen Kücheneinrichtung und nicht zum Antrieb von Kraftfahrzeugen). Sie muss spätestens alle zwei Jahre von einem Fachmann kontrolliert werden, der eine Prüfbescheinigung ausstellt. Wenn der Wohnraum mit dem Fahrgastraum verbunden, also nicht durch eine Wand getrennt ist, wird ohne die positive Prüfbescheinigung keine HU erteilt. Man kann die Gasprüfung allerdings auch zusammen mit der HU durchführen lassen. Gasflaschen, -kästen und die Entlüftungsöffnungen sollten frei zugänglich sein. Im Innenraum werden die Schlauchleitungen, Druckregler und die Anschlüsse der Gasflaschen auf Funktion und Dichtigkeit geprüft. Diese Teile dürfen nicht älter als zehn Jahre sein, da ansonsten keine positive Prüfung erfolgt. Des Weiteren kann bei einer ungeprüften Gasanlage der Versicherungsschutz gefährdet sein. Bei einem Brandschaden verlangen die Versicherungen als Erstes die Gasprüfbescheinigung zur Einsicht.Bei Fahrzeugen, die länger nicht genutzt werden oder sich auf einem festen Standplatz befinden, wird meist weniger auf die Fristen zur Hauptuntersuchung geachtet. Für Wohnmobile gelten bei der Hauptuntersuchung spezielle Regeln. Hintergrund: Mängel an so großen und schweren Fahrzeugen können zu besonders folgenschweren Unfällen führen. Wohnmobile bis 3,5 Tonnen müssen nach der Erstzulassung nach 36 Monaten vorgestellt werden, danach alle 24 Monate. Fahrzeuge, die schwerer sind als 3,5, aber leichter als 7,5 Tonnen, haben nach zwei Jahren ihren ersten HU-Termin, danach müssen sie alle 2 Jahre vorgestellt werden. Diese Regelung gilt bis zum 6. Jahr, danach erfolgt eine jährliche Prüfung. Wohnmobile mit mehr als 7,5 Tonnen Gesamtgewicht müssen grundsätzlich alle 12 Monate zur Hauptuntersuchung. (Auto-Reporter.NET)

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