Small Overlap Crash-Test: DEKRA testet nach aktuellen US-Testprozeduren

29. August 2013


Es ist ein Frontalzusammenstoß zwischen zwei Autos nur auf etwa der Breite eines Scheinwerfers: der so genannte „Small-Overlap“-Test. Der Crashtest gemäß der aktuellen Testprozedur des US-amerikanischen Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) hatte im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt. Klar ist, dass er in seiner Bedeutung für die Fahrzeugentwicklung zunehmen wird – insbesondere, wenn es um den Verkauf von Autos in den USA geht. Die international tätige Expertenorganisation DEKRA bietet das neue Testszenario jetzt in ihrem Crash Test Center in Neumünster an. Mit einem Vorversuch Anfang des Monats haben die Experten den „Small-Overlap“-Test zum ersten Mal umgesetzt; dabei wurde ein Minivan aus US-Produktion mit Baujahr 2006 gecrasht. Auch die ersten Versuche in Kundenauftrag sind inzwischen schon gefahren worden.Beim „Small-Overlap“-Test wird ein Fahrzeug mit einer Überdeckung von nur 25 Prozent gegen eine Barriere gefahren. Damit soll eine Kollision mit einem entgegenkommenden Fahrzeug oder beispielsweise einem Brückenpfeiler simuliert werden. „Bei einem solchen Zusammenprall wirken ganz andere Belastungen auf das Fahrzeug als bei einer größeren Überdeckung“, erklärt Frank Leimbach, Bereichsleiter DEKRA Technology Center. „Manche der üblicherweise eingebauten passiven Sicherheitssysteme des Fahrzeugs greifen nicht mehr.“Das IIHS hatte das neue Testprotokoll entwickelt, weil auffällig war, dass in den USA trotz ständig verbesserter Crashwerte bei Frontalaufprall-Tests immer noch viele Menschen bei Frontalzusammenstößen ums Leben kamen. Bei näherer Untersuchung war das Institut auf die Zusammenstöße mit geringer Überdeckung gestoßen. Das neue Testprotokoll wurde im Dezember 2012 veröffentlicht.„Als Dienstleister für die Fahrzeughersteller wollen wir immer das gesamte Portfolio anbieten können. Alle relevanten Tests, die aktuell auf der Welt gefahren werden, im DEKRA Crash Test Center umsetzen zu können, ist unser ständiger Anspruch“, so Frank Leimbach. Deshalb wurde in Neumünster in eine komplett neue Barriere und in Modifikationen der Indoor-Crash-Anlage investiert. „Die Nachfrage unserer Kunden nach ‚Small-Overlap’-Tests bestätigt uns in dieser Strategie. Die ersten Kundenaufträge haben wir schon in diesem Monat umgesetzt.“Besonderen Wert legen die DEKRA Experten darauf, dass sie den „Small-Overlap“-Test nicht nur auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor anwenden können. „Wir sind in der Lage, diesen Test auch mit Fahrzeugen mit alternativen Antrieben, also beispielsweise Elektro-, Hybrid- oder Brennstoffzellenantrieb sicher durchzuführen“, sagt DEKRA Bereichsleiter Frank Leimbach. „Damit verfolgen wir unseren Ansatz, im Crash Test Center immer auch für alternative Antriebe gerüstet zu sein, konsequent fort.“ (Auto-Reporter.NET)

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