Staatsanwaltschaft klagt Formel-1-Chef Ecclestone an

18. Juli 2013


Formel 1-Chef Bernie Ecclestone muss sich wegen Anstiftung zur Untreue und Bestechung in besonders schwerem Fall vor der deutschen Justiz verantworten. Die Münchener Staatsanwaltschaft hat gegen den Briten ein entsprechendes Verfahren eingeleitet und damit droht  Ecclestone nach knapp vier Jahrzehnten an der Spitze der Formel 1 nicht nur das Aus, sondern der umtriebige Vermarkter der Rennserie muss eine empfindliche Gefängnisstrafe fürchten.Seit 2011 ermittelten die Münchner Behörden. Im vergangenen Sommer war bereits Ecclestones einstiger Geschäftspartner Gerhard Gribkowsky zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. In der Urteilsverkündung betonte der Richter damals schon, dass der ehemalige Risiko-Vorstand der BayernLB von Ecclestone «ins Verbrechen geführt» worden sei.Ecclestone soll dem deutschen Banker für den Verkauf der Formel-1-Anteile an die Investmentgruppe CVC 44 Millionen Dollar gezahlt haben. Der Brite hat die Schmiergeld-Vorwürfe jedoch stets bestritten und sprach seinerseits von Erpressung durch Gribkowsky, der angeblich gedroht haben soll, Ecclestones undurchsichtiges Geschäftsmodell den britischen Steuerbehörden zu melden.Ecclestone selbst ist auf Konsequenzen offensichtlich gefasst, zumindest wenn es auch zu einer Verurteilung käme. Die Besitzergesellschaft CVC “wird wahrscheinlich gezwungen sein, mich loszuwerden, wenn die Deutschen mich holen. Es ist ziemlich klar, wenn ich eingesperrt würde”, hatte Ecclestone Ende vergangenen Jahres dem “Sunday Telegraph” gesagt.Die Folgen könnten jedoch noch weitreichender sein – auch für an den Schmiergeldzahlungen unbeteiligte Dritte. Weltweit operierende Unternehmen wie zum Beispiel Ferrari und vom allem Daimler wären zu Konsequenzen durch ihre sogenannten Compliance Richtlinien zum Handeln gezwungen. In Stuttgart beschäftigt sich dem Vernehmen nach die entsprechende Abteilung bereits mit dem Fall. In den strengen konzerneigenen Regeln für gute Unternehmensführung heißt es nämlich: „Daimler duldet keine unmoralischen oder korrupten Praktiken durch Mitarbeiter oder seitens der Geschäftspartner.“ Die Zahlung von 44 Millionen Dollar Schmier-/Bestechungsgeld dürfte eindeutig darunter fallen. Und die Konsequenz müsste sein, dass sich Daimler aus dem Formel 1-Geschäft zurückzieht. (Auto-Reporter.NET/hhg)

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