Test: Fiat 500 L Trekking – Flotter Geländegänger

19. Juli 2013


Sehr spät reihte sich Fiat im letzten Herbst mit seinem neuen 500 L in den Kreis der Minivan-Anbieter ein. Umso verwunderlicher, da die Italiener für sich reklamieren, mit dem 600 Multipla in 1956 das Segment der Minivans begründet, aber später eben nicht fortgeführt zu haben. Doch ein Neustart ist schließlich besser als gar keiner. Schneller waren die Italiener nun bei der Erweiterung der L-Reihe, in dem sie ab sofort mit dem 500 L Trekking einen kleinen Gelängegänger auf den Markt bringen.Nach ersten Fahreindrücken: Er sieht nicht nur geländefähig aus, sondern ist es auch, wenn man nicht übertreibt. Mit einer um 13 Millimeter erhöhten Bodenfreiheit, der serienmäßigen elektronischen Traktionskontrolle Traction+ und griffigen M+S-Reifen kommt der Neue auf unbefestigten Wegen sicher voran. Als vielseitiger Allroader eignet er sich für die kleinen Abenteuer des Lebens, zum Beispiel für die Fahrt zu Outdoor-Aktivitäten, aber macht auch auf Asphalt eine gute Figur. Und reizt zudem mit seinem Preis: Ab 19.950 Euro ist er zu haben.Der 500L Trekking bietet dieselben funktionalen und praktischen Qualitäten wie das Basismodell der Baureihe. So kennzeichnen auch die neue Variante die Schlagworte Large, Light und Loft. Large im Sinne von Funktionalität und Platzangebot. Light als Sinnbild einfach anzuwendender Technologie und umweltschonender Antriebe. Und Loft stellvertretend für ein modernes und helles Ambiente, das durch großzügige Fensterflächen allen Passagieren eine hervorragende Sicht auf die Umgebung ermöglicht und dem Fahrer einen sicheren Überblick über das Verkehrsgeschehen gewährt. Zum technologischen Erbe des Basismodells gehört außerdem die Sicherheit, wie gerade ein Crashtest nach neuester EuroNCAP-Norm bewiesen hat: Der Fiat 500L erhielt dabei die Fünf-Sterne-Bestnote.Bei allen technischen Parallelen zum Basismodell wirkt der 500L Trekking deutlich maskuliner und sportlicher. Trekking bedeutet: 17-Zoll-Leichtmetallräder, markante Stoßfänger vorne und hinten mit Unterfahrschutz bzw. Diffusor, Seitenschweller und Radkastenverkleidungen in Offroad-Optik, Nebelscheinwerfer sowie Türgriffe und Einsätze in den Seitenschutzleisten in satiniertem Chrom.Neben der erhöhten Bodenfreiheit und den griffigen M+S-Reifen ist das serienmäßige elektronische Traktionskontrolle Traction+-System der größte Unterschied zum „normalen“ L. Es sorgt dafür, dass der Trekking auch vor unbefestigten Wegen nicht zurückschrecken muss und verhindert durchdrehende Räder an der angetriebenen Vorderachse. Die elektronische Steuerung gewährleistet dabei eine sanfte, für den Fahrer fast unmerkliche Arbeitsweise und kann bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h mittels Drucktaster am Armaturenbrett eingeschaltet werden. Es muss also nicht immer Allrad sein.Motorseitig stehen zwei Benziner und zwei Turbodiesel-Triebwerke zur Wahl. Die Bandbreite reicht vom Selbstzünder 1.3 Multijet mit 62 kW/85 PS über den 1.4 16V mit 70 kW/95 PS bis zum immer wieder beeindruckenden Zweizylinder-Turbobenziner TwinAir Turbo und dem 1.6 16V Multijet, die beide 77 kW/105 PS leisten. Alle vier verrichten klaglos ihren Dienst, wobei der TwinAir Turbo am meisten beeindruckte. Hinzu kommt, dass er alles andere als ein Schluckspecht ist. Der Normverbrauch von 5,1 Lieter auf 100 Kilometer ist bei zügiger Fahrt oder bei einem Ausflug ins Gelände nicht erreichbar, doch mehr als ein Liter mehr muss es bei einer gewissen Sensibilität im Gasfuß nicht sein.Zur Serienausstattung gehören unter anderem die elektronische Fahrstabilitätskontrolle (ESP), Klimaanlage, Geschwindigkeitsregelanlage, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, getönte Scheiben hinten, Einparksensoren hinten sowie eine Audioanlage mit CD-Player, Nebelscheinwerfer mit Abbiegelichtfunktion, Fünf-Zoll-Touchscreen und Bluetooth-fähiger Freisprechanlage für Mobiltelefone. Und das ist für knapp 20.000 Euro eben eine ganze Menge. (Auto-Reporter.NET/Hans H. Grassmann)
      

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