Test: Peugeot 308 – Kompakter Franzose bietet viel Komfort und geringen Verbrauch

16. September 2013


Das Kompaktwagen-Segment ist ebenso beliebt wie wettbewerbsintensiv – insbesondere in Deutschland. Jeder vierte Autokäufer entscheidet sich für diese Klasse. Auch wenn VW mit dem Dauerbrenner Golf mit einem Marktanteil von über 30 Prozent alle Wettbewerber dominiert – wer als Großserien-Hersteller mitmischen will, muss sich in dieser Klasse vom verbleibendem Kuchen ein möglichst großes Stück erobern.Diese Aufgabe hat bei Peugeot die am 21. September auf den Markt kommende neue Generation des 308, der seit seinem Erscheinen in 2001 immerhin insgesamt 4,2 Millionen Käufer fand. Und dies dringend – denn trotz ordentlicher Verkäufe des neuen 208 befindet sich Peugeot bei uns nach wie im Rückwärtsgang. Bis einschließlich August beträgt das Zulassungsminus satte 28,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und das bei einem durchschnittlichen Branchen-Gesamtrückgang von 6,6 Prozent. Mit einer Länge von 4,25 Metern ist der neue 308 die kompakteste Limousine ihres Segments. Auch der Karosserieüberhang fällt vorn wie hinten überraschend kurz aus, was ihm eine dynamische Optik verleiht, ohne die Platzverhältnisse im Innenraum einzuschränken. Dank des auf 2,52 Meter vergrößerten Radstands profitieren Insassen im Innenraum von mehr Bewegungsfreiheit. Das Kofferraumvolumen von 470 Litern (VDA-Norm: 420 Liter), von dem 35 Liter unter dem Bodenteppich versteckt sind, stellt nach Angaben von Peugeot einen Rekordwert im Segment dar. Darüber hinaus gibt es im Innenraum zahlreiche weitere Ablagemöglichkeiten wie das zwölf Liter große Handschuhfach oder die großen Seitentaschen an den Vordertüren.Die kompakten Proportionen und das geringere Gewicht von bis zu 140 Kilo gegenüber dem Vorgänger lassen viel Spielraum für ein klares, elegantes Design. Ausgehend von der Motorhaube zieht sich die Schulterlinie in einer dynamisch-fließenden Bewegung von der Front bis zu den Heckleuchten. Die Frontpartie dominiert der große, in Chrom gefasste Kühlergrill. Er wird in der höchsten Ausstattungslinie von serienmäßigen Full-LED-Scheinwerfern eingerahmt, die sich aus jeweils 31 einzelnen LEDs zusammensetzen und dem kompakten Neuling einen intensiven, raubkatzenhaften Blick verleihen. Sie sorgen ferner für optimale Straßenausleuchtung und exzellente Sicht, verbrauchen dabei aber 50 Prozent weniger Energie als Halogenscheinwerfer.In Deutschland ist der neue Peugeot 308 zum Marktstart in den Ausstattungslinien Access, Active und Allure erhältlich. Bereits die Basisversion, die es ab 16.450 (Benziner) bzw. 19.550 Euro (Diesel) gibt - verfügt unter anderem über elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorn, und eine Geschwindigkeitsregelanlage mit Geschwindigkeitsbegrenzer. Im Innenraum wartet der neue Peugeot 308 mit einem innovativen Konzept auf: dem Peugeot i-Cockpit. Es orientiert sich konsequent an den Bedürfnissen des Autofahrers und sichert optimale Kontrolle. Das kompakte Lenkrad liegt gut in der Hand und gibt eine direkte Rückmeldung. Von dem oberhalb und damit im natürlichen Blickfeld des Fahrers angebrachten Kombiinstrument lassen sich die fahrrelevanten Informationen jederzeit und ohne Ablenkung vom Verkehrsgeschehen ablesen.  Ein 9,7 Zoll großer Touchscreen fasst die Bedienelemente zentral in der hohen, premiumorientierten Mittelkonsole zusammen. Mit einem Klick auf den Bildschirm steuert der Autofahrer völlig intuitiv unter anderem die Klimaautomatik, Navigation oder das Multimediasystem. Auch die Fahrerassistenzsysteme oder das per Bluetooth gekoppelte Smartphone lassen sich auf diese Weise bedienen.Zur Markteinführung umfasst die Motorenpalette drei Benziner und zwei Dieseltriebwerke der jüngsten Generation, darunter der Dreizylinder-Benziner. Die Triebwerke decken ein Leistungsspektrum von 60 kW /82 PS bis 115 kW/155 PS ab. Bei ersten Testfahrten konnte vor allem der stärkere Selbstzünder (1.6 l e-HDi mit 85 kW/115 PS) gefallen, dessen maximales Drehmoment von 270 Newtonmeter ab 1.750 Umdrehungen anliegt. Er zeigte sich durchzugsstark und agil, so dass auch dank des neuen komfortablen, aber nicht zu weich abgestimmten Fahrwerks und der präzise zu schaltenden Sechsgang-Getriebes  unangestrengtes, zügiges Fortkommen beeindruckte. Und das muss man beim 308 auch nicht an der Tankstelle bereuen. Gute fünf Liter auf 100 Kilometer sind zwar vom unrealistischen Normverbrauch von 3,7 Liter weit entfernt, doch nach flotter Fahrt ein excellenter Wert. Weitere Motoren halten ab Frühjahr 2014 Einzug in die Kompakt-Limousine. So werden zum Beispiel der neue Dreizylinder-Turbobenziner und verschiedene BlueHDi-Versionen eingeführt. Letztere sollen den Verbrauch auf 3,1 Liter Diesel senken – wir lassen uns überraschen. Ebenso davon, ob die angepeilten Verkaufszahlen von 13.000 Einheiten in 2014 erreicht werden. Für Peugeot wäre. Für Peugeot wichtig, für VW mit dem Golf ein sehr enttäuschendes Montas-Ergebnis. Aber das sind zumindest in Deutschland eben auch zwei unterschiedliche Welten. (Auto-Reporter.NET/Hans H. Grassmann)
                        

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