Umgang mit elektronischen Helfern will gelernt sein

24. Februar 2010

In immer mehr Pkws finden sich heutzutage Fahrerassistenzsysteme wie ABS und ESP. Bereits seit 2004 werden von europäischen Autobauern nur noch Fahrzeuge mit Antiblockiersystem (ABS) ausgeliefert. Inzwischen besitzen über 80 Prozent der in Deutschland neu zugelassenen Pkws auch das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP), das ab November 2011 in Europa für alle neu entwickelten Autos zur Pflicht wird.

Und auch der nächste Meilenstein in der aktiven Sicherheit ist bereits erreicht: „Mit einem Bremsassistenten, der bei einer Notbremsung die maximale Bremsleistung aufbaut, müssen seit November 2009 alle neuen Pkw-Modelle ausgerüstet sein“, erklärt Jörg Rimke, Fahrsicherheitsexperte bei TÜV Rheinland.

Doch es reicht nicht allein die Ausstattung mit elektronischen Helfern – auch der sichere Umgang mit ihnen will gelernt sein. Insbesondere jungen Fahrern sowie Umsteigern von älteren Fahrzeugen auf moderne Pkws empfiehlt der TÜV Rheinland ein Sicherheitstraining nach den Richtlinien des Deutschen Verkehrssicherheitsrates. Dabei lernen Autofahrer unter fachkundiger Anleitung, wie sich ihr Pkw im Grenzbereich verhält; mit und ohne elektronische Assistenzsysteme. Sie erfahren, wie sie sich, andere Verkehrsteilnehmer und nicht zuletzt ihr Fahrzeug möglichst heil aus einer Gefahrensituation bringen.

„ESP und Co. bieten ein deutliches Plus an Sicherheit und können Leben retten, doch eines können sie nicht: Die Fahrphysik bei stark überhöhter Geschwindigkeit außer Kraft setzen“, warnt der Experte. Bei diesem Training erleben viele zum ersten Mal, dass bei einer richtigen Gefahrenbremsung das Pedal kräftig ruckelt und so signalisiert, dass sich ABS und ESP aktivieren. Wer mit einem älteren Fahrzeug unterwegs ist, übt beim Fahrsicherheitstraining eine ganz andere Ernstfall-Routine: Bremsen – Bremse lösen, damit die Räder rollen –, lenken und ausweichen, weiterbremsen.

Die Teilnahme an diesen Sicherheitstrainings, wie sie beispielsweise der TÜV Rheinland in Bornheim bei Köln oder auf dem EuroSpeedway Lausitz anbietet, wird von vielen Berufsgenossenschaften finanziell unterstützt, um die Unfallzahlen auf dem Weg von und zur Arbeit oder bei Dienstfahrten zu verringern. Weitere Informationen findet man unter www.tuv.com (Suche „Sicherheitstraining“) oder gebührenfrei unter der Telefonnummer 08 00-8 48 40 06. (auto-reporter.net/sr)

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