Umgang mit Pedelecs kann im finanziellen Fiasko enden

30. Juli 2011


Der Trend zu sogenannten Pedelecs ist unverkennbar. Die Fahrräder, bei denen dem Fahrer elektrisch gewissermaßen unter die Pedale gegriffen wird, haben das Zeug dazu, sich hierzulande als ein neues Verkehrsmittel zu etablieren. Allerdings nicht ohne „Nebenwirkungen“. So wirft der Umgang mit diesen bis zu 45 km/h schnellen Fahrzeugen nach Ansicht des ADAC aber viele Fragen auf, die bislang nicht geklärt sind. Außerdem ist Pedelec nicht gleich Pedelec.

Insbesondere die Haftungsfrage bei Pedelecs bis 25 km/h, die über eine Anfahrhilfe bis sechs km/h verfügen, könnte für die Benutzer schnell zur finanziellen Katastrophe werden, warnt der Klub. So müssen verschuldete Unfälle nicht zwangsläufig von der privaten Haftpflichtversicherung abgedeckt sein. Das hängt allein vom jeweiligen Versicherungsvertrag ab. Nicht selten beschränke sich der Versicherungsschutz allein auf Fahrräder und „nicht selbstfahrende Fahrzeuge“, wird gewarnt. Der ADAC fordert die Versicherungswirtschaft auf, diese Lücke zu schließen. Und Besitzer dieser Gefährte sollten vor der ersten Fahrt klären, ob ihre Versicherung für Schäden aufkommt.

Wissen sollten Fahrer von Rädern mit Anfahrhilfe auch, dass es sich verkehrsrechtlich um ein Kraftfahrzeug handelt, für das mindestens eine Mofaprüfbescheinigung nötig ist, wenn der Fahrer nach dem 31. März 1965 geboren wurde und keine Fahrerlaubnis für größere Fahrzeuge besitzt. Auch Radwege sind innerorts für Pedelecs tabu, wenn das Zusatzzeichen „Mofa frei“ fehlt. Außerhalb geschlossener Ortschaften dürfen Radwege ausnahmslos auch von Pedelec-Piloten benutzt werden.

Noch schwieriger wird der rechtliche Umgang mit den sogenannten schnellen Pedelecs, die bereits ohne Tretunterstützung auf Tempo 20 km/h kommen. Wer selbst in die Pedale tritt, kann Geschwindigkeiten bis zu 45 km/h erreichen. Der Umgang mit diesen Fahrzeugen ist alles andere als einheitlich geregelt. So entscheidet jedes Bundesland für sich, ob eine Mofaprüfbescheinigung für das Führen eines solchen Fahrrades genügt oder eine Fahrerlaubnis der Klasse M benötigt wird. Davon hängt auch ab, ob Radwege generell verboten sind. Nicht eindeutig geregelt ist auch die Pflicht zum Tragen eines Motorradhelms. Der Gesetzgeber plant laut ADAC die Geschwindigkeitsgrenze für diese Pedelecs bei 30 km/h zu ziehen und für langsamere Pedelecs eine Fahrradhelmpflicht einzuführen.

Am unproblematischsten und eindeutigsten ist die Rechtslage bei den bis zu 25 km/h schnellen Pedelecs, die über keine Anfahrhilfe verfügen und rechtlich als Fahrräder gelten. Vorgeschrieben sind weder Kennzeichen, Fahrzeugpapiere, Mindestalter noch Versicherungspflicht. Ein Fahrradhelm wird zwar dringend empfohlen, ist aber nicht vorgeschrieben, und im Schadensfall tritt die private Haftpflichtversicherung ein. (Auto-Reporter.NET/arie)

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