Undercover: Fahrerlose Autos bei Google im Test

12. Oktober 2010

Computergesteuerte, fahrerlose Autos sind zwar noch Zukunftsmusik, doch in bereits acht Jahren könnte es so weit sein, dass der Internetkonzern Google das Ergebnis seiner Studien präsentiert: Ein von einem Autopiloten geführtes Fahrzeug, mit dem das Unternehmen bereits seit einem Jahr in Kalifornien Tests fährt. Google macht sich auf den Weg in eine neue Branche und will hier kräftig mitmischen.

Sieben Testfahrzeuge hat der Internetriese bereits auf eine mehr als 1.000 Meilen (1.600 km) lange Teststrecke geschickt; autark wurden so insgesamt bereits mehr als 225.000 Kilometer absolviert. So lange geheim halten ließt sich das Projekt offenbar nur, weil Verkehrsteilnehmern, denen die Autos aufgefallen waren, aufgrund deren Kamera-Ausrüstung davon ausgingen, dass es sich um ein Street-View-Fahrzeug handeln würde, mit denen die Internet-Spezies seit Langem weltweit unterwegs sind, um Städte und Straßen „einzulesen“.

Bei Google erwartet man, dass der Einsatz seiner Roboterautos die Zahl der Verkehrstoten verringert. Zudem würden die Straßen doppelt so viele computergesteuerte Autos aufnehmen können wie herkömmlich von Menschenhand gelenkte. Der Deutsche Sebastian Thrun, er hat das Steuersystem entwickelt und auch am Street-View-Dienst maßgebliche Aktien, glaubt, dass Autopilot-Fahrzeuge künftig leichter werden, weil die Gefahr sinkt, mit ihnen zu verunfallen. Zudem ließen sie sich Taxi-ähnlich einsetzen, das aber eben fahrerlos.

Thrun nannte das Projekt gegenüber der „New York Times“ einen Beleg für die Bereitschaft Gooles, in Technologien zu investieren, die keine schnelle Rendite abwerfen. Man muss jedoch davon ausgehen, dass der Konzern nicht selbstlos agiert. Am Ende könnte Google Dienste rund ums automatisierte Fahren anbieten oder die Technologie zum Beispiel an Autohersteller lizenzieren, orakelt die „Financial Times Deutschland“.

Roboterautos sind auch in Deutschland ein Thema. Vor wenigen Tagen hat die Technische Universität (TU) Braunschweig das Forschungsfahrzeug „Leonie“ auf eine drei Kilometer lange Strecke durch Braunschweig geschickt. Laserscanner und Radarsensoren lassen den VW Passat Variant erkennen, wo er sich gerade befindet. Entsprechende Daten über andere Fahrzeuge oder Hindernisse werden der Bordelektronik übermittelt, den Rest macht „Leonie“. Nachdem sich das Forschungsfahrzeug bislang nur auf Versuchsgelände bewegt hatte, musste es jetzt im Einsatz auf einer dicht befahrenen zweispurigen Strecke bestehen. Und „Leonie“ hat den Testlauf im realen Verkehr gemeistert. (Auto-Reporter.NET/arie)

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