VDA-Präsident Matthias Wissmann: Elektromobilität kann viele neue Arbeitsplätze in Deutschland schaffen

30. Juli 2013


„Die Elektromobilität kann viele tausend neue Arbeitsplätze in Deutschland schaffen. Sowohl in der Forschung als auch in der Produktion kann die neue Antriebstechnologie zum Jobmotor für die deutsche Industrie werden, wenn die Rahmenbedingungen stimmen“, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), bei der Hauptstadtkonferenz Elektromobilität 2013 in Berlin. In den Jahren 2013 und 2014 kommen 14 elektrifizierte Serienmodelle ‚Made in Germany‘ in den Handel, die rein batterieelektrisch betrieben werden oder mit einer Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor ausgestattet sind (Plug-in-Hybrid oder Range-Extender). Wissmann unterstrich: „Der Löwenanteil der Entwicklung und Produktion dieser Elektroautos wird an deutschen Standorten erbracht. Deutsche Hersteller und Zulieferer bauen ihre inländischen Standorte zu Zentren für Elektromobilität aus. Das schafft neue Arbeitsplätze und sichert bestehende Jobs. Aber auch die Politik ist gefordert.“„Besonders wichtig sind jetzt die Schaufensterregionen. Wir wissen: Wer ein Elektroauto gefahren hat, ist von dieser emissionsfreien Mobilität gerade in urbanen Räumen begeistert“, sagte Wissmann. Die Elektromobilität erlebbar zu machen und die Kundenakzeptanz gezielt zu steigern, seien wesentliche Ziele der Schaufensterregionen. Wissmann weiter: „Die Bundeshauptstadt Berlin bietet mit ihren 3,5 Millionen Einwohnern eine ideale Plattform, um das große Potenzial der Elektromobilität vielen Menschen zugänglich zu machen.“  Die Bundesregierung hat das Ziel ausgegeben, Deutschland zum Leitmarkt der Elektromobilität zu machen. „Dieses Ziel unterstützt die deutsche Industrie nachdrücklich und leistet dazu ihren Beitrag. Sie trägt den Löwenanteil der notwendigen Investitionen. Das sind, allein für die Marktvorbereitungsphase, bis zu 17 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus mehreren Branchen rund um die Elektromobilität. Die deutsche Automobilindustrie investiert zehn bis zwölf Milliarden Euro in die Entwicklung alternativer Antriebe in den nächsten drei bis vier Jahren, hiervon sind allein 80 Prozent für die Elektromobilität bestimmt“, sagte Wissmann. Alle Experten seien sich darin einig, dass der Markthochlauf für Elektrofahrzeuge aktive Begleitung benötige. „Wir brauchen Unterstützung, auch aus der Politik“, betonte Wissmann. Ein wichtiger Stellhebel sei die CO2-Regulierung auf europäischer Ebene, mit der intelligente Anreize gesetzt werden könnten. Eine Möglichkeit für einen Impuls sind die so genannten Supercredits, also die Mehrfachanrechnung von alternativ angetriebenen Fahrzeugen auf den CO2-Schnitt. Der Vorschlag der Europäischen Kommission sieht jedoch eine nicht nachvollziehbare Begrenzung von 20.000 entsprechenden Neuzulassungen pro Hersteller in den Jahren 2020 bis 2023 in der EU vor. „Pro Hersteller, Jahr und EU-Land wären das gerade einmal 185 Autos, deren Supercredits auf das Flottenziel angerechnet werden könnten. Das ist ein Witz. Das wirkt wie eine Innovationsbremse für die Hersteller, besonders effiziente Fahrzeuge mit ihren hohen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen so früh wie möglich auf den Markt zu bringen. Wer die Elektromobilität nach vorn bringen will, darf nicht im Bremserhäuschen sitzen bleiben“, sagte Wissmann. (Auto-Reporter.NET/hhg)

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