VdTÜV: Ein Fünftel aller Lkw fällt bei der HU durch

24. November 2017

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Die technische Überwachung durch die entsprechenden
Organisationen in Deutschland deckt insbesondere bei älteren
Kleintransportern und leichteren Nutzfahrzeugen immer wieder
‚erhebliche Mängel‘ auf. Mit dieser Beurteilung fallen mehr als
20 Prozent der Lkw durch die Hauptuntersuchung (HU), wie der Verband
der Technischen Überwachungsvereine (VdTÜV) in seinem
Nutzfahrzeug-Report 2017 berichtet. Mehr als eine Million Ergebnisse
der gesetzlich vorgeschriebenen HU flossen dort ein. Schwere Lkw und
Zugmaschinen schneiden in der Mängelstatistik etwas besser ab als
der Durchschnitt.

 

Die Untersuchungsergebnisse dokumentieren wenig überraschend,
dass Nutzfahrzeuge oft im Einsatz und hohen Belastungen ausgesetzt
sind. Dementsprechend ergab die TÜV-Statistik, deren Daten in den
Jahren 2016 und 2015 erhoben wurden, insbesondere bei Transportern
und Lkw in den mittleren Gewichtsklassen Mängel über dem
Durchschnitt: Bei 21,7 Prozent der Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen stellten
die Prüfer erhebliche Mängel fest, bei Fahrzeugen zwischen 7,5 und
18 Tonnen waren es sogar 22,8 Prozent.

 

Zu besseren Ergebnissen gelangten die TÜV-Prüfer bei schweren
Lkw über 18 Tonnen. Von ihnen bekamen lediglich 18,1 Prozent
‚erhebliche Mängel‘ bescheinigt. Damit lag diese
Fahrzeugkategorie unter dem Durchschnitt aller Nutzfahrzeuge von 21,4
Prozent. Richard Goebelt, Leiter des Bereiches Mobilität des VdTÜV,
erklärt die niedrigeren Mängelquoten bei den schweren Fahrzeugen
damit, dass „die Flottenbetreiber durch vorausschauende Wartung
ihre Fahrzeuge auf der Straße halten müssen". Der Ausfall eines
Transportes innerhalb der Logistikkette bringe gravierende
finanzielle Haftungsrisiken mit sich.

 

Sorge bereiten kleinere Transporter, die fünf Jahre und älter
sind, wegen ihrer von den TÜV-Prüfern häufig festgestellten
Bremsenmängel. Derartige Beanstandungen liegen laut dem aktuellen
Nutzfahrzeug-Report des VdTÜV bei einzelnen Modellen bereits nach
fünf Jahren bei über 10 Prozent. Angesichts der hohen
Geschwindigkeiten, die diese Fahrzeuge erreichen können, und ihrem
häufigen Einsatz im belebten Stadtverkehr werten die TÜV-Experten
diese Mängelquote als ein Sicherheitsrisiko: „Unternehmen sollten
hier mehr Wert auf regelmäßige Wartung ihrer Fahrzeugflotten
legen", fordert Goebelt.

 

Andere sicherheits- und umweltrelevante Mängel an Nutzfahrzeugen,
die von den Prüfern bei der Hauptuntersuchung häufig beanstandet
werden, sind laut VdTÜV defekte Scheinwerfer sowie Ölverlust an
Motor und Antrieb. Nach Auskunft des Verbandes fallen rund elf
Prozent der fünfjährigen Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln an der
hinteren Beleuchtung auf. Und nach fünf Jahren zeigen bereits fünf
Prozent der Fahrzeuge Öl-Lecks. Dies könne zu gefährlichen
Fahrzeugbränden sowie zur Verschmutzung der Umwelt führen.

 

Unwohl ist den Prüforganisationen auch bei dem Gedanken daran,
dass nur Fahrzeuge, die hierzulande zugelassen wurden, auf ihre
sicherheitsrelevanten Mängel nach dem Vorbild der Technischen
Überwachung in Deutschland hin gecheckt werden. Allein im Jahr 2015
seien jedoch auf deutschen Autobahnen etwa 40 Prozent der
mautpflichtigen Kilometer von ausländischen Lkw zurückgelegt
worden, über deren technischen Zustand nichts bekannt sei, warnt der
VdTÜV. Daher sollten die Unterwegskontrollen durch die nach Bundes-
und Landesrecht zuständigen Behörden verstärkt werden, empfiehlt
VdTÜV-Experte Goebelt. (dpp-AutoReporter/wpr)

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