Verliert Lada nach und nach den Heimatbonus?

7. Dezember 2011


Einige Zeit schien es, als gehörte den Lada-Modellen auf Dauer die besondere Sympathie russischer Autokäufer. Erklären könnten das die relativ verhaltenen Preise, aber auch eine Art Heimatbonus, den man der Marke Lada einräumt. Die jüngste Entwicklung auf dem russischen Automarkt lässt vermuten, dass Pkws ausländischer Hersteller den Verdrängungswettbewerb nach und nach wohl zu ihren Gunsten entscheiden. Schon in der ersten Jahreshälfte 2011 konnte „Noch-Marktführer“ Lada nicht mit der generell 56-prozentigen Steigerung des Neuwagenabsatzes im Lande mithalten. In diesem Zeitraum erwarben 1,23 Millionen Russen einen fabrikneuen Pkw. AWTOWAS, der russische Automobilgigant, brachte es immerhin noch auf ein Absatzplus von 31 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010. Nissan und Volkswagen konnten um 100 Prozent zulegen. Das Gros der Wettbewerber, gegen die sich Lada behaupten muss, hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres für rund 570.000 Neuwagen einen Käufer gefunden. Angesichts zunehmender Aktivitäten ausländischer Autohersteller in Russland gerät AWTOWAS allmählich in Bedrängnis. Dicht auf den Fersen ist den Lada-Modellen Kalina, Priora und Samara der seit 2005 im Moskauer Awtoframos-Werk gebaute Renault (Dacia) Logan. Ein sehr ernsthafter Konkurrent wird auch der schnittige Hyundai Solaris sein, der eigens für den russischen Markt entwickelt wurde. Das Auto, in St. Petersburg gebaut, ist von Regierungschef Putin persönlich getestet worden. Neben der viertürigen Limousine, deren Serienfertigung im Januar anläuft, soll es ab Mitte 2012 auch einen Kombi geben. Der 1,4-Liter-Vierzylinder des Solaris leistet 79 kW/107 PS. Er beschleunigt das Auto in 12,1 s auf 100 km/h. Als Höchstgeschwindigkeit werden 190 km/h angegeben. Russische Medien registrieren, dass der Import von Neuwagen immer mehr an Bedeutung verliert. „Unter den 18 meistverkauften Automodellen Russlands sind – mit Ausnahme der aus Usbekistan angelieferten Daewoo-Modelle Nexia und Matiz – nur Baureihen, die in russischen Werken hergestellt werden“, hält der Online Dienst „Russland heute“ fest. (Auto-Reporter.NET/Wolfram Riedel)

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