Volkswagen-Konzern setzt seine Nachhaltigkeits-Strategie mit neuer Elektro-Offensive konsequent um

6. September 2013


Der deutschen Auto-Industrie wurde und wird immer noch vorgeworfen, sie hätte die Entwicklung bei der Hybrid-Technik und Elektrofahrzeugen verschlafen, hinke vor allem asiatischen Wettbewerbern weiter hinterher. Das stimmt zum Teil, da die Hybrid-Entwicklung in der Anfangsphase wirklich vor allem Toyota und mit Abstrichen Honda überlassen wurde und man zudem dem reinen Elektrofahrzeug als Massen-Motorisierungsmittel skeptisch gegen überstand. Zum Teil nicht, da man mit der Weiterentwicklung der klassischen Verbrennungsmotoren, mit denen wir noch jahrzehntelang leben werden, ebenfalls erhebliche Pionierarbeit geleistet hat.Und da selbst der finanziell stärkste Hersteller nicht alles gleichzeitig umsetzen kann, haben sich die deutschen Autobauer eigentlich nur für eine andere Prioritätenliste entschieden. Die hat sich nun zumindest leicht verändert, was sicherlich auch an den neuen Flottenverbrauchs-Regularien liegt, aber auch an Strategie-Veränderungen. So beispielsweise beim Volkswagen-Konzern, der 2012 offiziell als Ziel vorgab, bis 2018  der weltweit ökologisch führende Auto-Hersteller werden zu wollen. Bis 2015 sollten die CO2-Emissionen um 30 Prozent  sinken und die EU-Neuwagenflotte die Marke von 120 Gramm pro Kilometer unterschreiten.Dass man bei VW auf einem guten Weg zeigt das gegenwärtige Zwischen-Ergebnis: Derzeit emittieren bereits 302 Modelle unter 120 g/km, 50 sogar unter 100 g/km. Damit es noch schneller vorangeht, hat der Konzern jedoch eine große Elektro-Offensive eingeleitet. Der reine Stromer e-up! im Kleinwagen-Segment ist ab Oktober bei den VW-Händlern zum Kampfpreis von 26.900 inclusive Batterie zu sehen, der Porsche Panamera S E-Hybrid steht bereits seit August bei den Händlern und ist in der Luxusklasse führend. Anfang nächsten Jahres folgen der Audi A3 Sportback e-tron als Plug-in Hybrid und der VW Golf als reines Elektrofahrzeug, von dem es in 2014 zusätzlich ebenfalls eine Plug-in Variante geben wird.Weitere Modelle werden folgen, um in jedem Segment einen Stromer oder einen Plug-in Hybrid anbieten zu können. Da kann – zumindest vorerst – kein anderer Hersteller mithalten, wobei VW für seine Elektro-Fahrzeuge nicht neue Fabriken aufwendig aus dem Boden gestampft hat, sondern die Produktion auf den gleichen Bändern wie die „Normal-Versionen“ gefertigt werden. Und da das Wissen auf alle Konzernmarken umgelegt werden kann, fallen die notwendigen Investitionen in Forschung und Entwicklung im Prinzip nur einmal an.Dabei bleibt man im VW-Konzern durchaus realistisch. Rudolf Krebs, Konzernbeauftragter für die Elektroantriebe: „Obwohl der e-up! quasi das neue Volks-Elektroauto und Effizienzweltmeister ist, werden reine Stromer kurzfristig kaum aus ihrer Nische kommen und vorerst wohl eher als Zweitwagen oder in Fuhrparks eingesetzt werden. Erst in rund fünf Jahren ist es realistisch zu erwarten, dass ein Drittel aller unserer Modelle mit Ladestecker rein elektrisch sind. Und das wären nach unserer Planung rund 100.000 Einheiten. Wir lassen uns aber auch gerne überraschen und sind bei entsprechender Nachfrage in der Produktion sehr flexibel, da diese Autos ja auf den gleichen Bändern produziert werden.“ (Auto-Reporter.NET/Hans H. Grassmann)
         

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