Volkswagen und Naturschutzbund Deutschland verbessern Hochwasserschutz nach Flutkatastrophe

10. Oktober 2013


Der Volkswagen Konzern und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) starten ein neues Projekt zum vorbeugenden Hochwasserschutz. Durch eine Spende des Unternehmens in Höhe von 300.000 Euro wird der ursprüngliche Havelarm Schliepenlanke in Rathenow/Brandenburg wieder an den Fluss angeschlossen. Dadurch wird der Wasserabfluss in innenstadtnaher Lage verbessert, ein wesentlicher Beitrag zum Schutz vor Überschwemmungen.Der Geldbetrag ist Teil einer Gesamtspende von zwei Millionen Euro für die Hochwasserhilfe an gemeinnützige Organisationen, die unter anderem für Aufräumarbeiten und Notunterkünfte, die Wiederbeschaffung zerstörten Hausrats, den Wiederaufbau öffentlicher Infrastruktur, die seelsorgerische Betreuung und Beratung Betroffener sowie die Beschaffung von Transportfahrzeugen verwendet wurden.In der Unteren Havelniederung wird derzeit das größte Fluss-Renaturierungsprojekt in Europa durchgeführt. Auf rund 90 Kilometern werden unter Federführung des NABU große Niederungsgebiete wieder naturnah gestaltet, der Fluss wird von Steinschüttungen entlastet und kann sich künftig wieder besser entfalten. Dabei werden Alt- und Nebenarme revitalisiert und geben vielen geschützten Tier- und Pflanzenarten neuen Lebensraum. Zudem entsteht durch den Rückbau von Deichen und Dämmen zusätzliche Überflutungsfläche von rund 500 Hektar, die die Elbe bei Hochwasser deutlich entlastet.Der ursprüngliche Havel-Arm Schliepenlanke entstand vor rund 110 Jahren beim Bau der Neuen Schleuse, als die Havel an dieser Stelle begradigt wurde, um den damals langen Schleppzügen die Passage zu erleichtern. Das Gewässer wurde dabei durch einen Damm von dem Fluss abgetrennt und verschlammt seitdem zunehmend. „Mit dem Geld möchten wir den Trennungsdamm zurückbauen, den Altarm wieder anschließen und damit die Verlandung aufhalten", erklärte Rocco Buchta, NABU-Projektleiter „Untere Havelniederung".Teile des auf der Sohle abgelagerten Schlammes werden entnommen und damit wieder Bereiche mit einer natürlichen Gewässersohle hergestellt. Auf der dadurch entstehenden Insel soll sich außerdem auf einigen Flächen wieder Auenwald entwickeln können. Gleichzeitig werden weitere Lebensräume für viele bedrohte und geschützte Tier- und Pflanzenarten geschaffen, die in den Havelauen leben. „Die Maßnahme verbessert nicht nur den Gewässerzustand allgemein, sondern sie vergrößert auch das hydraulische Abflussvermögen im Stadtgebiet von Rathenow, was im Sinne des Hochwasserschutzes förderlich ist und die Lebensqualität für die Anlieger steigert", so Buchta. (Auto-Reporter.NET/hhg)

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