Vorstellung: Aufgalopp des Opel Astra Sports Tourer in Istanbul

8. November 2010


Eine Pkw-Fahrvorstellung mit Start und Ziel in Istanbul, wo sich Europa und Asien begegnen? – Symbolhaft unterstreichen sollte die Präsentation des neuen Opel Astra am Bosporus, dass auch dieses Auto zwei Welten verkörpere; auf eigene Weise. Es diene von Montag bis Freitag als robustes Arbeitspferd, an den Wochenenden aber werde es zum überzeugenden Familienfahrzeug. Obendrein erweise es sich als außerordentlich praktisch, habe einen athletischen Auftritt und präsentiere sich mit erstklassigem Design. Solchen Urteilen kann man zustimmen.

Bislang hieß ein Kombi bei Opel „Caravan“. Jetzt heißt er „Sports Tourer“. Mit der neuen Bezeichnung ging der Insignia als großer Bruder des Astra voran. Der Astra Sports Tourer werde mehr als 50 Prozent des Absatzes dieser Modellreihe ausmachen, schätzt Opel.

Flott sieht dieser Kombi aus. Sein Außendesign hat nichts von Biederkeit und Langeweile. Und auch im Innenraum wurde all das übernommen, was schon den Insignia so sympathisch macht. Spontaner Eindruck: Hier möchte man gern Platz nehmen und starten. Schon ein Blick ins Cockpit lässt vermuten, dass das Auto Spaß machen wird. Wohlfühlatmosphäre. Anteil daran haben die verwendeten Materialien. Deren Verarbeitung ist auf hohen Anspruch ausgerichtet. „Opel – wir leben Autos.“ Rückhalt bekommt der Slogan auch vom Ambiente des Innenraums. Stolz verweist Opel auf „Premiumkomponenten wie das Bi-Xenon-Sicherheitssystem AFL+ und die Ergonomie-Frontsitze mit dem Gütesiegel der Aktionsgemeinschaft Gesunder Rücken“. In der Kompaktklasse eine Rarität: Die Opel-Frontkamera, die Verkehrsschilder erkennt und vor versehentlichem Fahrspurwechsel warnt.

Zu den Raffinessen, mit denen der Astra Kombi punktet, gehört zuerst die FlexFold-Rücksitzlehne. Auf Knopfdruck klappt die 60:40 geteilte Rücksitzlehne nach vorn. Das geht mit einer Hand und von der geöffneten Heckklappe aus. Im Nu steht eine 1,85 Meter lange, weitgehende ebene Ladefläche zur Verfügung. Bei ausgebauter Rücksitzbank wächst das Volumen des Laderaums von 500 (unter der Abdeckung) auf stattliche 1.550 Liter bei vorgeklappter Rücksitzlehne und Inanspruchnahme des Laderaumvolumens bis unters Dach. Um den Laderaum von seiner Abdeckung zu befreien, genügt ihr kurzes Antippen. Prompt bekam der Trick einen anspruchsvollen Namen: Easy Access Cover. Klingt geheimnisvoll.

Autofahrer erwarten, dass ihr Gefährt sie möglichst ökonomisch ans Ziel bringt. Mit den ecoFLEX-Modellen gibt Opel eine besonders wirksame Hilfestellung. Insgesamt kommen als Antriebsalternativen zehn Motorisierungen ins Angebot. In Sachen Sparsamkeit sind die Selbstzünder natürlich Trumpf. Vorbildlich genügsam ist der 1.3 Liter CDTI-Motor, der 70 kW (95 PS) leistet und sich – nicht zuletzt dank Start/Stop-Technologie – mit bescheidenen 4,1 Liter Diesel für 100 Kilometer (109 g CO2/km) begnüge, wie Opel verspricht. Die Leistung der zur Wahl stehenden Benzin- und Dieselmotoren reicht bis zu 132 kW/180 PS.

Bei der internationalen Fahrpräsentation des Astra Sports Tourer kamen der 1.4 Turbo-Benziner mit 140 PS und der 2.0 CDTI mit 160 PS zu Ehren. Wie zu erwarten, konnte das Drehmoment des Dieseltriebwerks (350 Nm ab 1.750 U/min) mehr imponieren als die 200 Newtonmeter Durchzugskraft, die ein 1.4er-Turbo ab 1.850 U/min erkämpft. Beide Testwagen gingen mit einem 6-Gang-Handschaltgetriebe an den Start, das sich mit angenehm willigem Gangwechsel empfahl. Laut Opel lässt sich ein 140-PS-Turbo durchschnittlich mit 6,1 l/100 km bewegen, ein 2.0 CDTI mit nur 5,1 l/100 km.

Das Fahrwerk des Astra Sports Tourer, auf den recht buckligen, kurvigen Landstraßen im asiatischen Teil der Türkei anhaltend auf die Probe gestellt, profitiert von einer Hinterachskonstruktion, die sich im Renn- und Rallyesport bewährt hat. Sie verbessert insbesondere die Kurvenstabilität des Autos. Eine tragende Rolle bei der Fahrwerksgeometrie der leichten und kompakten Verbundlenkerachse spielt das sogenannte Wattgestänge, das die bei Kurvenfahrt entstehenden Querkräfte über einen kurzen Hebel in Wagenmitte „umlenkt“ und aufnimmt. Das beugt dem Übersteuern vor. Mit der von Opel favorisierten Hinterachskonstruktion sei auch eine bessere Entkopplung der Fahrwerksgeräusche vom Innenraum gelungen, heißt es.

Das Fahrwerk, Opel spricht vom „adaptiven mechatronischen FlexRide-Sicherheitsfahrwerk“, passt sich den Straßenverhältnissen und dem individuellen Fahrerstil an. Das System baut auf den Verbund aller elektronischen Fahrhilfen, fasst deren Können gewissermaßen zusammen und bietet neben dem Standardmodus die speziellen Modi „Sport“ und „Tour“ mit entsprechender steiferer oder aber weicherer Dämpferkennung. Im Sportmodus ändert sich auch das Ansprechverhalten von Gas und Lenkung, und im Fall eines Automatikgetriebes schaltet das dann „sportlich“ erst bei höheren Drehzahlen hoch.

Geplant und entwickelt wurde der Astra Sports Tourer im internationalen Technischen Entwicklungszentrum in Rüsselsheim, gebaut wird das Auto in Ellesmere Port in Großbritannien. Jetzt, im November, kommt das Auto auf den Markt. (Auto-Reporter.NET/Wolfram Riedel)
                  

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